Wie geht es weiter mit dem Mathe-Abitur? Das fragen sich auch einige Schüler des Castroper Adalbert-Stifter-Gymnasium. © Anissa Sawatzki
Corona-Pandemie

NRW plant Lockdown: Kitas rotieren, ASG und FNR beklagen Kommunikation

Nun also doch: Schüler werden in NRW ab Montag von der Präsenzpflicht entbunden. Kitas bleiben offen, aber eingeschränkt. Vor allem die Kommunikation sorgt in Castrop-Rauxel für Unverständnis.

Die Weihnachtsferien werden vorgezogen: Bis zuletzt war das der einzige Plan, den die Landesregierung NRW verfolgte. Jetzt setzt Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) allerdings doch zur Vollbremsung an. Möglichst ab kommender Woche (ab 14.12.) soll landesweit ein harter Lockdown in Kraft treten. Mit weitreichenden Konsequenzen für den Schul- und Kitabetrieb. Für die Castrop-Rauxeler Einrichtungen kam diese Ankündigung am Freitag aus heiterem Himmel.

Kompletter Distanzunterricht ab Klasse 8

Nein, er habe von der angestrebten Maßnahme noch nichts mitbekommen, erklärte Joachim Höck, Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums am Freitagmittag (11.12.). Eine knappe halbe Stunde zuvor hatte Laschet angekündigt, dass die Präsenzpflicht an Schulen ab Montag aufgehoben werde.

Für Schüler der Klassen 1 bis 7 werde es ein Unterrichtsangebot geben, betonte Laschet. Die Eltern könnten aber frei entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schulen schicken wollen. Ab der Jahrgangsstufe 8 werde flächendeckend auf Distanzunterricht umgestellt.

„Ich habe mit diesem Schritt ehrlicherweise nicht gerechnet“, sagt Joachim Höck. „Aber die Politik hat dann offensichtlich die Notwendigkeit gesehen.“ Man sei am ASG davon ausgegangen, dass „das lange gesprochene Wort von den vorgezogenen Weihnachtsferien als festem Termin Bestand haben würde“.

Schüler können nicht persönlich informiert werden

Deshalb seien die aktuellen Nachrichten sehr überraschend. Die Schulleitung werde jetzt gemeinsam mit dem Kollegium erörtern, wie man den Betrieb organisiere, so Höck. „Die Probleme entstehen ja, wenn ein Lehrer beispielsweise an einem Tag eine siebte und eine neunte Klasse unterrichtet. Dann muss er sowohl Präsenz- als auch Distanzunterricht vorbereiten. Und auch die Lehrer sind immer noch Einzelpersonen. Dieser logistische Aufwand muss erst einmal bewerkstelligt werden“, erklärt der Schulleiter.

ASG-Schulleiter Joachim Höck steht der Neu-Regelung des Distanzunterrichts offen gegenüber.
ASG-Schulleiter Joachim Höck steht der Neu-Regelung des Distanzunterrichts offen gegenüber. © Matthias Stachelhaus © Matthias Stachelhaus

An der Fridtjof-Nansen-Realschule (FNR) profitiert Schulleiter Alfred Horn derweil unfreiwillig von der Corona-bedingten Schließung vor einigen Wochen: „Wir haben aus diesen Erfahrungen gelernt und sind deshalb auf die kommende Situation vorbereitet.“

Er hätte sich vorab allerdings eine andere offizielle Kommunikation gewünscht. „Gerade läuft bei uns die letzte Schulstunde. Wir würden die Schüler natürlich gerne persönlich über einen solchen Schritt informieren, aber das wird jetzt nicht mehr möglich sein. Das ist etwas ärgerlich“, so Horn.

„Wird ein sehr arbeitsreiches Wochenende“

Dennoch sei er ob der anstehenden Regelungen nicht besorgt. „Es ist zwar kurzfristig, aber wir sind mittlerweile routinierter geworden und können eigentlich schnell auf die notwendigen Kanäle umschalten.“

Während die Schulen dazu angehalten sind, wo eben möglich auf Distanzunterricht umzuschwenken, bleiben die Kitas in NRW geöffnet. Familienminister Joachim Stamp (FDP) appellierte allerdings an die Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen. Für die Kitas bedeutet die kurzfristige Anordnung ebenfalls jede Menge organisatorischen Aufwand.

„Ich muss natürlich erst einmal schauen, wie wir das überhaupt handhaben. Das heißt vor allem, ich muss zunächst alle Eltern über die Maßnahme informieren. Das wird vermutlich ein sehr arbeitsreiches Wochenende“, erklärt Katja Digakis von der Kita Kinderland an der Kleinen Lönsstraße in Castrop auf Anfrage.

Lena Hannich, Leiterin der Kita Heilige Schutzengel, bat die Eltern in einem Schreiben am Freitagmittag umgehend, das Betreuungsangebot nur zu nutzen, wenn dies absolut notwendig sei. Wo es eben möglich ist, solle darauf verzichtet werden, die Kinder in die Betreuung zu bringen.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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