Zwei Ratsfraktionen gehen mit Frauen an der Spitze in den Stadtrat

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Die Fraktionen in Castrop-Rauxel haben sich vor der ersten Sitzung der neuen Ratsperiode formiert. Eine zweite kleine Fraktion geht mit einer Besonderheit an den Start: mit einer Frau an der Spitze.

Castrop-Rauxel

, 03.11.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die FWI ist in der nun beginnenden neuen Ratsperiode auf zwei Mandate im neuen Stadtrat geschrumpft. Das Wahlergebnis bei der Kommunalwahl im September war deutlich schwächer als das vor fünf Jahren.

Knapp 2000 Stimmen führten 2014 zu 7,5 Prozent und zu 4 Sitzen bei der Ratswahl 2014 für die FWI. Manfred Postel, Christel Sperz, Harald Piehl und auf Platz 4 der Reserveliste Annette Korte: Mit dieser Besetzung ging es in die sechsjährige Ratsperiode.

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Nach dem Tod von Postel, dem Macher der FWI über Jahrzehnte hinweg, musste sich die Wählerinitiative mit Sitz in Ickern neu formieren. Damals stand sogar kurzzeitig ein Ende der Arbeit zu Debatte. Doch man raufte sich zusammen und ernannte Annette Korte 2018 zur neuen Fraktionsvorsitzenden und Harald Piehl zum Vorsitzenden der FWI.

Bei der Ratswahl im September 2020 kamen „nur noch“ 1132 Stimmen und damit 4,3 Prozent zusammen. Immerhin lag die FWI damit vor der FDP und der Linkspartei. Dafür wurde sie mit zwei Sitzen belohnt, so viele wie nach der Ratswahl 2009.

„In völliger Unabhängigkeit“

Man wollte nach Postels Tod 2018 eine zukunftsorientierte personelle Besetzung über das Jahr 2020 hinaus für die FWI schaffen, und das ist nun belegt: Annette Korte führt die Fraktion weiterhin an. Neben ihr wird Harald Piehl im Rat sitzen. „Die bisherige politische Ausrichtung wird somit verlässlich fortgeführt und weiterentwickelt“, so Piehl nun vor dem Start.

Annette Korte, Fraktionsvorsitzende der FWI Castrop-Rauxel

Annette Korte, Fraktionsvorsitzende der FWI Castrop-Rauxel © Tobias Weckenbrock

Die Politik richte man darauf aus, „in völliger Unabhängigkeit rein sachorientiert zu arbeiten“, erklärt Piehl. „Wir sehen unsere Freiheit auch darin, dass wir immer dann die Stimme erheben können, wenn für uns politisch nicht Vertretbares durchgesetzt werden soll. Unsere Politik wird unabhängig, sachorientiert und unbequem sein.“

Die FWI ist damit neben der Linkspartei die einzige Fraktion mit einer Frau an der Spitze: Daniel Molloisch (SPD), Michael Breilmann (CDU), Bert Wagener (Grüne), Thomas Schmidt (UBP), Nils Bettinger (FDP)* und Andreas Kemna (Die Partei) sind die sechs Männer an der Spitze ihrer Fraktionen, Annette Korte (FWI) und Margita Gudjons (Die Linke) die beiden Frauen.

*Korrekturhinweis: In einer vorigen Version dieses Artikels hatten wir Nils Bettinger (FDP) nicht mit aufgezählt.

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