Öffnungszeiten des Castrop-Rauxeler Bürgerbüros ändern sich

mlzFlexibilität

Das Castrop-Rauxeler Bürgerbüro wird seine Öffnungszeiten ändern und möchte damit auf Bedürfnisse der Bürger reagieren. Das Team des Bürgerbüros selbst hätte sich eine andere Lösung gewünscht.

Castrop-Rauxel

, 19.02.2020, 21:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bürgerbüro war jahrelang Zielscheibe von Beschwerden vieler Castrop-Rauxeler. Der Service sei hier schlecht, die Wartezeiten viel zu lang, die Öffnungszeiten vor allem für Arbeitnehmer beschränkt und unflexibel. Während sich das Wartezeiten-Chaos inzwischen weitgehend gelegt hat, geht es nun mit einer Service-Offensive weiter.

Dass es veränderte Öffnungszeiten geben solle, war bereits vor der Diskussion im Betriebsausschuss A am Mittwoch (19.2.) klar. Ebenso klar war, dass sich die Zahl der Stellen im Bürgerbüro nicht verändern sollte. Aber wie genau sollten die neuen Zeiten aussehen?

Zwei Varianten hatte die Verwaltung der Politik vorgeschlagen. „Beide würden für uns funktionieren“, sagte Ordnungsamts-Chef Thomas Röhl am Mittwochabend im Ausschuss.

Soll das Bürgerbüro am Montagabend oder am Samstag öffnen?

Variante A sei die klassische: Am Montag sollen Termine bis 19.30 Uhr abgearbeitet werden. „Dann geht der letzte Kunde gegen 20 Uhr aus dem Rathaus“, so Röhl. Im Gegenzug bliebe das Bürgerbüro am Dienstagmorgen geschlossen. Die Servicezeit von 30 Stunden pro Woche bliebe unverändert.

Künftige Öffnungszeiten (Variante A)

  • Montag (nur mit Termin): 8 - 12 Uhr / 13 - 19.30 Uhr
  • Dienstag (nur mit Termin): 14 - 16 Uhr
  • Mittwoch (mit Termin): 7 - 11 Uhr / ohne Termin 11 - 13 Uhr
  • Donnerstag (ohne Termin): 8 - 10 Uhr / mit Termin 10 - 12 Uhr und 14 - 17.30 Uhr
  • Freitag (mit Termin): 7 - 12 Uhr

Mit Variante B legte die Verwaltung eine Alternative vor, die aus dem Team Bürgerbüro selbst stammte: Es solle nicht an einem Abend längere Öffnungszeiten geben, sondern an jedem ersten Samstag im Monat würde von 10 bis 12 Uhr mit der Wartemarkenvergabe Servicezeit angeboten. Ohne Termin, wie es die Castrop-Rauxeler schon vom Dienstag- bis Donnerstagvormittag kennen.

Thomas Röhl: „Das könnte dann Arbeit bis 14 oder 15 Uhr für die Mitarbeiterinnen bedeuten, je nach Zulauf.“ Das sei auch bisher eine Wundertüte: „An manchen Tagen kommen 40, an manchen Tagen kommen 90 Leute“, so Röhl. Woher die Schwankungen kämen, wisse man nicht.

In der Diskussion stellte sich heraus, dass die Mitarbeiterinnen, viele in Teilzeit, sich eher für Variante B aussprechen. Dann könnten alle Mitarbeiterinnen in die Dienstplan-Rotation mit hereingehen, so Thomas Röhl. An Montagabenden sei das aus familiären Gründen bei einigen Mitarbeiterinnen nicht möglich.

„Dann hätten wir ja wieder Beschwerden“

Doch die Politiker mochten sich der Meinung des Teams nicht anschließen. Der Ausschuss-Vorsitzende Achim Gärtner (CDU) sprach sich als erster für Variante A aus und befürchtete lange Wartezeiten an Samstagen. „Wenn die Menschen stundenlang, bis 14 oder 15 Uhr warten müssten, dann hätten wir wieder die Beschwerden“, so Gärtner.

Dem pflichtete die Politik weitgehend bei und gab ihr einstimmiges Votum für die längere Montagsöffnung. Beigeordneter Michael Eckhardt hatte zuvor erklärt, dass Variante A funktionieren werde. Die Politik müsse sich nicht anders entscheiden, weil sie gegenüber den Mitarbeitern ein schlechtes Gewissen habe.

Zufriedenheitsumfrage und Wartezeiten-Schwankungen

  • Die derzeit laufende Kundenzufriedenheitsumfrage im Bürgerbüro hat laut Thomas Röhl erste Ergebnisse geliefert. Demnach seien die Bürger überdurchschnittlich zufrieden mit den Öffnungszeiten.
  • Auch Wartezeiten von drei Stunden an Tagen ohne Terminvergabe hätten sich laut Röhl mittlerweile in den Köpfen verfestigt. Viele akzeptierten offenbar, dass man erst um 12 Uhr wieder das Bürgerbüro verlasse, aber mit abgeschlossenem Vorgang wie zum Beispiel einem neuen Ausweis.
  • Dass man zurzeit wieder sechs Wochen auf Termine warten müsse, bestätigt Thomas Röhl. „Das ist auch ein bisschen Saisongeschäft“, sagt er. Über Weihnachten sei man zeitweise bei unter vier Wochen gewesen. Aber: „Wir sind noch nicht bei 100 Prozent Stellenbesetzung. Eventuell ist das aktuell schon wieder der Vorlauf zu den Osterferien. Wir werden in den nächsten Wochen aber weitere Stellen besetzen können und kommen weiter voran.
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