Offenheit für einander

CASTROP-RAUXEL Aus den evangelischen Gemeinden Rauxel und Castrop ist am 1. September die neue Paulus-Gemeinde geworden. RN-Redakteurin Julia Grunschel sprach mit Pfarrer Hans-Jürgen Knipp über die ersten gemeinsamen Schritte.

von Von Julia Grunschel

, 05.09.2007, 07:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Harmonierten die Gruppen? Knipp: Sicher. Mir hat sich ein Bild besonders eingeprägt, das unser Zusammenfinden reflektiert. Für ein gemeinsames Lied stellte sich der Rauxeler Chor zu dem Castroper Chor. Zunächst konnte man noch sehen, wer wohin gehört. Aber als alle gemeinsam sangen, gab es ein einheitliches Bild.

Harmonierten die Gruppen? Knipp: Sicher. Mir hat sich ein Bild besonders eingeprägt, das unser Zusammenfinden reflektiert. Für ein gemeinsames Lied stellte sich der Rauxeler Chor zu dem Castroper Chor. Zunächst konnte man noch sehen, wer wohin gehört. Aber als alle gemeinsam sangen, gab es ein einheitliches Bild.

Wo liegen die Unterschiede zwischen den Gemeinden? Knipp: In der Castroper Gemeinde gibt es zum Beispiel viele Kinder und Jugendliche. Außerdem haben wir drei Pfarrer - Martin Hensel, Martin Pogorzelski und ich - die Gemeinde in den vergangenen 15 Jahren stark geprägt. Uns ging es immer vor allem um Gespräche über den Glauben und die Bibel.

Ist das etwa bei den Rauxelern anders? Knipp: Nein. Aber die Rauxeler sind viel stärker ortsverbunden als wir. Dort kennt jeder jeden. Jetzt haben natürlich viele Rauxeler Sorgen, dass das mit der großen Gemeinde anders wird. Zu den Unterschieden gehört aber auch, dass die Rauxeler eine Partnergemeinde in Erfurt haben. Der Pfarrer konnte leider am Wochenende nicht kommen, aber die Partnerschaft werden wir natürlich aufrecht erhalten. Die Gemeinde hat übrigens schon vor Jahren einen Fusionsprozess durchgemacht.

Am Sonntag finden zum ersten Mal Gottesdienste nach der neuen Regelung statt. Was erwarten Sie? Knipp: Ich hoffe, dass sich viele Rauxeler zum zentralen Gottesdienst um 10.15 in die Lutherkirche aufmachen. Dort wollen wir alle Gemeindemitglieder aus allen Richtungen zusammenführen. Aber natürlich akzeptieren wir, wenn Rauxeler sagen, sie gehen um 9 Uhr in den Frühgottesdienst in der Paulus-Kirche, weil sie sich dieser Kirche verbunden fühlen.

Was wünschen Sie sich im neuen Gemeindeleben? Knipp: Offenheit für einander, denn momentan überwiegen noch die Ängste. Wir wollen nichts über das Knie brechen, aber da, wo beispielsweise Gruppen zusammenpassen, wäre es schön, wenn sie auch zusammenwachsen. Nehmen wir die Frauenhilfen: sie besuchen sich schon gegenseitig.

 

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