Olm rockte die Justivollzuganstalt

Konzert im Meisenhof

Knappe drei Stunden lang hat Hans-Werner Olm am Samstagabend den Meisenhof gerockt. Jawohl, der Comedian kam als Vollblutmusiker in den Knast und begeisterte mit einer Stimme, die sowohl Joe Cocker als auch Marius Müller-Westernhagen alle Ehre machte.

ICKERN

von Von Peter Wulle

, 14.08.2011, 14:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Comedian Hans-Werner Olm präsentierte sich im Meisenhof mal von der musikalischen Seite.

Der Comedian Hans-Werner Olm präsentierte sich im Meisenhof mal von der musikalischen Seite.

Aus dem Stand heraus erfüllte die Band Publikumswünsche und schreckte dabei auch nicht vor Schlagern wie „Fiesta Mexicana“ von Rex Gildo oder „Ich war noch niemals in New York“ zurück. Ein bisschen Klamauk war also dabei, im Wesentlichen aber waren Olm und Co. angetreten, um mit Rock-Klassikern von Tom Petty über Joe Cocker und Deep Purple bis hin zu AC/DC die Turnhalle der Justizvollzugsanstalt zum Beben zu bringen. Und das gelang eindrucksvoll. Obwohl, wie Olm bei der After-Show-Party in der JVA-Kantine berichtete, die Band so noch nie zusammen gespielt hat. „Wir hatten heute zwei Neue dabei“, so Olm. Am Freitag war er mit seinen Musikern aus Berlin angereist. Und „fast die ganze Nacht“ wurde für den Auftritt geprobt.

Mit einem Anruf war es Stadtentwickler Martin Oldengott gelungen, seinen einstigen Studienfreund Hans-Werner Olm für den Abend in „San Quentin an der Emscher“ zu gewinnen. Leider konnten aus sicherheits- und lüftungstechnischen Gründen nur 300 Besucher in der großen Turnhalle des Meisenhofs zugelassen werden. Die setzten sich je zur Hälfte aus „Menschen von drinnen und draußen“ zusammen. „Wenn wir sowas jetzt jedes Wochenende hier haben, beantrage ich Haftverlängerung“, meinte einer der Häftlinge ausgelassen. Und Hans-Werner Olm attestierte dem Publikum am Ende: „Auch wenn es sich komisch anhört, aber wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.“

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