Ordnungsamt erklärt, was erlaubt oder verboten ist

Gruselige Halloween-Plakate

Halloween wirft seit Wochen seine Schatten voraus. Kürbisfratzen, Gummiskelette und Spinnen - alles schön gruselig. Auch etliche Plakate laden zu Halloween. Eins ist besonders furchterregend. Doch ist das erlaubt? Das Ordnungsamt klärt auf.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabriele Regener

, 25.10.2011, 22:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
So sieht das Plakat des Gigaparc Dülmen aus, das nicht nur die Halloween-Fans zum Feiern animiert, sondern auch Ängste schürt.

So sieht das Plakat des Gigaparc Dülmen aus, das nicht nur die Halloween-Fans zum Feiern animiert, sondern auch Ängste schürt.

Geladen wird zu einem "Kult-Event" am 31. Oktober in den großen Club nach Dülmen. Die "Gastgeber": Jason Deluxe, das Masken-Ungeheuer der Horror-Filmserie "Freitag, der 13." und Chucky, die Mörderpuppe, aus der Serie von Horrorfilmen um den fiktiven Serienmörder Charles Lee Ray.

Geworben wird zum gemeinsamen Gruseln nicht nur in und um Dülmen, sondern auch im gesamten Kreis Recklinghausen. Nicht immer zur Freude der Bürger.

So hat in Dorsten ein besorgter Vater von vier Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren kritisiert, dass Plakate mit diesem Inhalt in der Öffentlichkeit hängen dürfen. Seine Kinder, so der Mann, seien dem Anblick auf dem Weg zu Schule und Kindergarten ausgesetzt und hätten seitdem abends Angst.

Deshalb fragte der Vater, wer über die Werbeträger und ihre Platzierung eigentlich entscheide. Das Ordnungsamt, lautet die klare Antwort. "Wer Plakate kleben oder aufhängen will, muss sich das vom Ordnungsamt genehmigen lassen", erklärt Manfred Koert, Leiter dieses Bereichs im Rathaus.Nicht im öffentlichen Raum Deshalb hat es sich genau informiert, wo die Plakate in der Europastadt hängen. Seine Erkenntnis: nicht im öffentlichen Raum, sondern auf privatem Gelände. An Bauzäunen zum Beispiel und nicht direkt auf dem Gehweg.

"Die Plakatierer wussten genau, was sie machen", sagt er, "hier mussten wir nicht gefragt werden." Die Collage mit den beiden gruseligen Figuren hält Koert persönlich nicht unbedingt für jugendgefährdend.

"Die sind doch anscheinend bekannt aus Kinofilmen, die Jugend scheint davon ja begeistert zu sein", meint er. Obwohl er selbst bislang mit "Jason Deluxe" und der Mörderpuppe "Chucky" nichts anfangen konnte.Keine Chance beim Ordnungsamt

Bei Udo Kirchner vom Ordnungsamt, der für die Genehmigung für das Plakatieren zuständig ist, hätten die Werber übrigens keine Chance gehabt. "Da hat die Stadt ganz bestimmte Grundsätze", erklärt er.

Wer plakatieren will, muss ihm eine konkrete Veranstaltung nennen. Der Veranstaltungsort muss Castrop-Rauxel sein. Dann darf die Werbung maximal 14 Tage hängen. "Sonst wären wir zugepflastert", ist er sicher.

Dennoch erlaubt das Ordnungsamt zwei Ausnahmen: Für das Parkfest in Waltrop und das Kanalfest in Datteln wird auch in der Europastadt geworben. Im Gegenzug wirbt Castrop-Rauxel in diesen Nachbarstädten für die Kirmes. Ein Agreement, dass für Halloween nicht gilt.

Lesen Sie jetzt