Nach Beschwerde: Ordnungsamt machte sehr erfolgreich Jagd auf Raser

mlzVerkehrsberuhigte Zone

Die Beschwerde der Familie Oloff hat gewirkt: Das städtische Ordnungsamt hat auf der Grimbergstraße gerade wieder Raser gejagt. Mit beachtlichen Ergebnissen, wie das Amt am Dienstag berichtete.

Schwerin

, 18.11.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unsere Berichterstattung über Raserei in der verkehrsberuhigten Zone auf Schwerin rund um Grimbergstraße und Funkestraße in der alten Zechenkolonie hat Wirkung gezeigt. Jenna und Denis Oloff, die dort wohnen, hatten unserer Redaktion geschildert, wie viele Probleme man dort mit zu schnellen Autofahrern habe.

Nach unseren Artikeln hat sich nicht nur Bürgermeister Rajko Kravanja mit den Beschwerden der Oloffs befasst: Neben der Polizei ist inzwischen auch das städtische Ordnungsamt an der Grimbergstraße aktiv geworden.

„Hier wird eindeutig zu schnell gefahren“

Zwar handelt es sich bei der Straße bisher definitiv und belegbar um keinen Unfallschwerpunkt, wie die Zahlen der Kreispolizeibehörde der vergangenen vier Jahre belegen. „Aber zu schnell wird hier eindeutig gefahren, das ist auch keine Neuigkeit“, sagt Achim Waldert. Der ist im städtischen Bereich Ordnungswesen der uneingeschränkte Verkehrsexperte.

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Um das noch einmal zu überprüfen und um den Anwohnern zu zeigen, dass man auf entsprechende Beschwerden und Sorgen tatsächlich reagiert, hat das Ordnungsamt jetzt wieder dort gemessen.

„Die Grimbergstraße gehört seit fünf Jahren zu den Straßen, die wir auf unserer Liste mit Bereichen haben, in denen immer wieder Kontrollen stattfinden“, sagt Waldert. Man sei seit 2014 häufiger in der verkehrsberuhigten Zone gewesen und habe regelmäßig festgestellt: Ja, hier wird zu schnell gefahren. „Aber wir haben auch schon Situationen erlebt, wo wir hier ein oder zwei Stunden standen und es war niemand zu schnell.“

Von 72 Fahrzeugen waren diesmal 11 zu schnell

Im aktuellen Fall nun habe man sich wieder zwei Stunden Zeit genommen, um auf der Grimbergstraße Raser zu jagen. Man habe in den zwei Stunden Autos gelasert, die in Richtung Funkestraße unterwegs gewesen seien. Das Ergebnis: „In den zwei Stunden haben wir 72 Fahrzeuge gemessen, von denen 11 tatsächlich zu schnell waren“, fasst Waldert nach dem Einsatz auf Schwerin zusammen.

Zur Einordnung: Zu schnell bedeutet in dieser konkreten Situation, dass der schnellste gemessene Autofahrer mit 28 km/h unterwegs war. Im verkehrsberuhigten Bereich ist Schrittgeschwindigkeit einzuhalten. Maximal 7 km/h sind zugelassen.

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Mehr Möglichkeiten des Aktivwerdens, als regelmäßig in Abstimmung mit der Polizei die Geschwindigkeit zu kontrollieren, Strafmandate zu verteilen und ansonsten an das Gewissen der Autofahrer zu appellieren, habe die Stadt nicht, so Achim Waldert.

Ob die jüngste Rasermessung erst einmal wieder zur Disziplinierung der Nutzer der Grimbergstraße sorgt, muss man abwarten. Klar ist aber: Das Gros der zu schnellen Autofahrer ist Anwohner.

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