Unfall auf der Pallasstraße: Verunglückter 14-Jähriger hatte noch Glück im Unglück

mlzVerkehrsunfall

Der auf einem Zebrastreifen an der Pallasstraße in Castrop-Rauxel angefahrene 14-Jährige hatte wohl noch Glück im Unglück. Eine Anwohnerin sagt, sie habe schon lange auf einen Unfall gewartet.

Castrop-Rauxel

, 17.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pallasstraße entwickelt sich immer mehr zu einem gefährlichen Pflaster für Fußgänger. Bereits im vergangenen Jahr hatte es hier auf einem Zebrastreifen einen schweren Unfall gegeben.

Damals hatte eine 24-jährige Autofahrerin mit einem Kleinwagen eine 26-jährige Fußgängerin mit ihrer zweijährigen Tochter am Zebrastreifen übersehen. Trotz Vollbremsung wurden die beiden Fußgänger beim Zusammenstoß schwer verletzt.

Schon damals diskutierten Internetnutzer über die Beleuchtung an diesem Fußgängerüberweg: Ist es hell genug hier? Die gleiche Frage stellt sich nun am Zebrastreifen unmittelbar vor der Einmündung in die Bahnhofstraße. Dort war am Freitag gegen 17 Uhr bei einbrechender Dunkelheit ein 14-jähriger Junge angefahren worden.

Verunglückter Junge liegt noch im Krankenhaus

Wie dessen Mutter Yvonne Schenk auf unseren Bericht bei Facebook antwortet, lag der verunglückte Junge noch immer im Krankenhaus und musste noch ein paar Untersuchungen abwarten.

Am Montag, so Yvonne Schenk, „wird nochmal der HNO-Arzt mit dazu gezogen, weil Leon auf der linken Seite schlechter hört. Das ganze Gesicht ist mit Schürfschnittwunden übersät, Platzwunde am Kopf und etliche Prellungen.“ Sie und ihr Mann seien froh, dass „er so einen Schutzengel hatte und nicht mehr passiert ist“.

Eltern bedanken sich bei den Helfern am Unfallort

Sie bedankte sich auf Facebook aber auch bei Ersthelfern, die bei dem Jungen ausgeharrt hätten, bis der Rettungsdienst eingetroffen war. Yvonne Schenk: „Wir sind froh, dass es doch noch Menschen gibt, die nicht einfach weg sehen, sondern direkt menschliche Hilfe leisten.“

Seit es auf der Bahnhofstraße direkt an der Einmündung zur Pallasstraße zwischen dem Eurostar-Hotel und der Kreuzung eine Baustelle gibt, an der neue Internet-Leitungen verlegt werden, ist der Fußgängerüberweg nur sehr schwer einzusehen. Baustellenbaken ermöglichen den Blick auf den Überweg quasi erst nach dem Abbiegen.

Das wurde dem 14-Jährigen wohl zum Verhängnis, als ihn am Freitag ein 42-jähriger Autofahrer auf dem Zebrastreifen anfuhr. Da es um 17 Uhr auch schon recht dunkel ist und die Unfallstelle nicht allzu gut beleuchtet, muss man hier gehörig aufpassen, um den Zebrastreifen nicht zu übersehen. Der Zebrastreifen, der im Tagesverlauf auch von vielen Schülerinnen und Schülern des Ernst-Barlach-Gymnasiums benutzt wird.

Anwohnerin hat schon früher Unfälle erwartet

Nicole Bormann wohnt an der Pallasstraße 81 direkt hinter dem Hotel. Sie schreibt, sie könne es nur verwundern, dass es hier noch nicht mehr Unfälle gegeben habe.

Nicole Bormann gegenüber unserer Redaktion: „Für uns in dieser Straße war es nur eine Frage der Zeit, bis wieder etwas passiert. Vor drei Monaten wollte mein 14-jähriger Sohn auch den Zebrastreifen Richtung Lunastraße überqueren und konnte gerade noch durch einen Hechtsprung zurück auf den Gehweg einem Pkw ausweichen.“

Wie die Anwohnerin beschreibt, werde an dieser Stelle oft viel zu schnell gefahren. Nach dem Abbiegen in die Pallasstraße würden viele Autofahrer noch Gas geben bis zur nächsten Ampel an der B235. Ebenso auf der Bahnhofstraße nach 19 Uhr.

Nicole Bormann weiter: „Das ist nicht nur super gefährlich, sondern auch laut. Besonders zu den wärmeren Tagen, wo die getunten und aufgemotzten Karren unterwegs sind mit drückenden Bass.“

Anwohnerin meint: Nur Hindernisse helfen

Aus ihrer Sicht könnten nur Hindernisse auf der Straße die Raserei mindern oder sogar stoppen. Irgendetwas, das die Autofahrer zu reduzierter Geschwindigkeit zwänge. „Es ist nicht NUR die Baustelle, die das Überqueren dieser Kreuzung so gefährlich macht“, so Bormann. Es bleibt also gefährlich, auch wenn sie wieder weg ist.

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