Panzer am Apparat

CASTROP-RAUXEL Paul Panzer rief (an) und die Europahalle füllte sich. Kein Wunder: Denn nicht nur im Radio hat sich nach jetzt 400 Live-Bühnenshows herumgesprochen, dass auch der Alltag des Stand-Up-Comedians fernab des Telefonhörers höchst amüsante Tücken bietet.

von Von Mirko Kuhn

, 16.09.2007, 13:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Paul Panzer in der Europahalle.

Paul Panzer in der Europahalle.

So kommt Panzer dann in seinem Programm "Heimatabend Deluxe" mit einer Handvoll eingespielter Telefon-Abenteuer aus, den Rest des Programms meistert der Kölner quasi im Alleingang.

Bemerkenswert naiv

Und wie. Panzer lebt in seiner Welt, lässt seine Zuschauer wie im Vorbeigehen an seinem skurrilen Leben und den alltäglichen Missverständnissen teil haben. Die sich natürlich besonders dann ergeben, wenn sich der mit dem sympathischen Sprachfehler ausgestattete, bemerkenswert naive Rheinländer mit seiner Frau Hilde auf Reisen nach New York oder China begibt und zum Kosmopoliten wird. Sonst begeistert der 35-jährige Comedian vor allem in seiner Rolle als naiver, verblödender Ehemann: Souverän, lebensweise, unvergleichlich kurzweilig und politisch völlig unkorrekt: "Das mit der Ehe und nur einer Frau heißt in der Tierwelt Monogamie, bei uns Männern nennt man das einfach Pech gehabt."

Telefon-Terror

X-beinig im 70er-Jahre-Karohemd erzählt er einfach von seiner Familie und den Versuchen mit der Trennkost: "Ich esse im Wohnzimmer, Hilde in der Küche." Oder von seinen Nachbarn oder etwa dem Austauschschüler aus Saudi-Arabien. Dabei manövriert sich Panzer verbal in derart verzweifelte Situationen, die er nur anschließend mit seinem großen Hobby, nämlich dem Telefon per Scherzanruf auflösen kann. Zum Beispiel, wenn der Telefonanbieter jemand zu seiner Hilde in die Nordsee "raus schicken" soll, um seine dort kabel-verlegende Frau mit neuem Sauerstoff zu versorgen. Oder wenn der Schweißermeister dem Gorilla seines Sohnes zu einer Hüftprothese verhelfen muss. Was für den Panzer normal ist, bringt seine Telefonpartner schier zur Verzweiflung. Schnell liegen sich die Zuhörer vor Lachen in den Armen - und beim Telefonpartner die Nerven blank.

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