Pech soll Glücksbringer werden

RAUXEL Die Feinchemie war gestern. Die Chemicals GmbH konzentriert sich im Rauxeler Rütgers-Werk wieder ganz auf die Basischemie. Das Pech soll dem wieder schwarze Zahlen schreibenden Unternehmen jetzt auch in China Glück bringen.

von Von Peter Wulle

, 18.09.2007, 16:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit der größten Teerdestillation der Welt betreibt Rütgers Chemicals in Rauxel die Herstellung von Pechen für den Einsatz in der weltweiten Aluminiumindustrie als Kerngeschäft. In China ist der Hunger nach dem vielseitig verwertbaren Metall derzeit enorm.

Der Bedarf an dem zur Aluminium-Herstellung notwendigen Elektrodenbinder Pech ist groß und Rütgers daher gut im Geschäft. „Wir sind weltweit die Nummer zwei auf dem Teermarkt“, sagt Dr. Heinz Rzehak, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Die Verarbeitung von jährlich 400 000 Tonnen Steinkohlenteer sei bis 2012 vertraglich abgesichert.

In China wachsen

Parallel dazu gehe es in den nächsten Jahren darum, in China mit zu wachsen: „Dort gibt es eine Renaissance der Kohlechemie. China ist der letzte große Wachstumsmarkt unserer Industrie.“ Rzehak will vor Ort Steinkohlenteer zu Pech verarbeiten. Bei der Herstellung von Aluminium wird aus dem Ausgangsmaterial Bauxit durch Schmelzflusselektrolyse Primäraluminium gewonnen. Rütgers Chemicals liefert aus Pech erzeugte Elektrodenbindemittel für die Aluminiumerzeugung. Diese helfen bei der Kontrolle des Schmelzverfahrens und sind so ein nicht-substituierbarer Produktionsbestandteil. „Die Rütgers-Qualität wollen wir auch in China erzeugen und anbieten und dabei keinerlei Abstriche machen“, so Rzehak. Er setzt dabei auf das Know-how aus Rauxel – hier wird die Entwicklungsexpertise gebündelt – und die Qualität der gesamten Chemicals-Gruppe mit ihren Standorten in Belgien und Kanada. „Nur die Gruppe kann es schaffen, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, betont Rzehak, der überzeugt ist, dass mit dem Rückenwind vom asiatischen Wachstumsmarkt auch in Rauxel noch lange Teer verarbeitet wird. „Solange es Steinkohle gibt und Pech benötigt wird, solange gibt es uns“, sagt Rzehak.

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