Per Zug und Fähre nach Mallorca: 12 Tipps und eine schrille Idee, das Klima zu schützen

Persönlicher Klimaschutz

Müssen wir unser Leben ändern, nur weil es im Sommer plötzlich so heiß ist? Nach einem Expertenvortrag von Norbert Blumenroth in Castrop-Rauxel kann es darauf nur eine einzige Antwort geben.

Dorf Rauxel

, 02.02.2020, 07:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Per Zug und Fähre nach Mallorca: 12 Tipps und eine schrille Idee, das Klima zu schützen

Wie retten wir unseren Planeten? Jeder kann selbst was tun - und dazu gibt es auch auf den ersten Blick schräge Ideen- © dpa

Der Leiter der Natur- und Umweltschutzakademie NRW Norbert Blumenroth konfrontierte die Gäste seines Vortrages in Dorf Rauxel vergangene Woche mit harten Fakten zum Klimawandel. Die Kolpingsfamilie der Heilig-Kreuz-Gemeinde hatte eingeladen.

Per Zug und Fähre nach Mallorca: 12 Tipps und eine schrille Idee, das Klima zu schützen

Dipl.-Ing. Norbert Blumenroth informierte Gäste der Kolpingsfamilie Heilig Kreuz über Auswirkungen und Schutzmaßnahmen gegen die Klimakatastrophe im Gemeindezentrum. © Uschi Bläss

Von 1881 bis 1980 gab es nach einer Barcode-Grafik nur einen einzigen richtig heißen Sommer. „Das war 1959“, verriet Blumenroth. Doch danach änderte sich das dramatisch. „Wenn das so weitergeht“, sagte er, „werden die heißen Sommer und der damit verbundene Treibhauseffekt dafür sorgen, dass Nordeuropa spätestens im Jahre 2070 unter Wasser steht – einschließlich Deutschland.“ Schon heute versinke Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens, im Wasser.

Diese Auswirkungen hat der Klimawandel für uns alle

Das sei nicht die einzige zu erwartende Auswirkung. Neben dem Hitzestress seien die Zunahme von Krankheitssymptomen wie Kreislauf- und Atembeschwerden, Dehydrierung und Allergien, Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, das Artensterben und Unwetterkatastophen zu nennen.

Was aber kann jeder einzelne Mensch tun, um den Verfall unserer Erde aufzuhalten? Blumenroth unterbreitete viele Vorschläge.

„Wir müssen unsere Prioritäten ändern“, sagte der Experte. „Muss es eine Reise an das andere Ende der Welt sein?“ Sein Beispiel: Wer nach Mallorca reisen möchte, kann bis Barcelona mit der Bahn fahren. Von dort aus geht es mit dem Schiff weiter – Gesamtfahrzeit: 20 Stunden. Ein Shoppingtrip nach New York sei ebenso überflüssig wie das Shoppen als Zeitvertreib. „Bis ein T-Shirt in der Tüte landet, habe es einen Transportweg von 26.000 Kilometern hinter sich. Von der Vergeudung von Ressourcen ganz zu schweigen.“

Blumenroth selbst erledige seine Fahrten mit dem Fahrrad. Die neun Kilometer zur Arbeitsstelle inbegriffen. Jeder könne seine Lebensansprüche zugunsten künftiger Generationen deutlich zurückschrauben.

Dies sei in den Bereichen Wohnen (Wärmedämmung, Installation einer Photovoltaik-Anlage, Verkleinerung des Wohnraumes, Nutzung von Ökostrom), Lebensmittelkonsum (nur unverpackte Ware einkaufen und nur so viel wie benötigt wird), Mobilität (Car-Sharing, Bus und Bahn, Fahrrad) und Essverhalten (es muss ja nicht immer Fleisch sein) problemlos möglich.

Blumenroth forderte die Gäste auf, öfter mal das Repair-Café aufzusuchen. Mit einer reparierten Nähmaschine ließen sich dann auch Kleidungsstücke ausbessern, die sonst im Müll landen würden.

Jetzt lesen

Wie groß der persönliche ökologische Fußabdruck ist, machte er mit Hilfe eines Ressourcen-Rechners deutlich. Eine Zuschauerin stellte sich den 25 Fragen des Programms (www.ressourcen-rechner.de). „Das sollte jeder mal machen“, forderte er zur Nachahmung auf.

Lesen Sie jetzt

Immer mehr Menschen wollen auf Plastikmüll verzichten. Doch: Wie geht das – und vor allem: wo? Wir zeigen, wo man in der Umgebung unverpackt einkaufen kann und was man noch tun kann. Von Wiebke Karla

Lesen Sie jetzt