Häftling aus der JVA Bochum flieht mit Hilfe einer selbst gebauten „Steighilfe“

Gefängnisausbruch

Ein Häftling ist am Donnerstag (15. August) aus der nahen JVA Bochum geflohen. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach ihm. Der Häftling floh mit Hilfe einer selbst gebauten „Steighilfe“.

Bochum

, 16.08.2019, 11:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Häftling aus der JVA Bochum flieht mit Hilfe einer selbst gebauten „Steighilfe“

Am Donnerstagabend ist ein Häftling aus der JVA Bochum ausgebrochen. © picture alliance/dpa

Update Freitag 16.30 Uhr: Weitere Details zur Flucht des Häftlings

Jetzt gibt es weitere Details zur Flucht des 42-Jährigen. Um die rund fünf Meter hohe Mauer zu überwinden, habe der Häftling Teile eines Metallgestänges, das als Halterung für Turnmatten diente, zu einer langen Stange zusammengeschraubt, die er dann in einem Container für Sportgeräte versteckte.

Während am Donnerstagabend zwei bewachte Häftlings-Gruppen in der Halle trainierten, habe der 42-Jährige sich zum Duschen abgemeldet, schilderte Gefängnissprecherin Candida Tunkel.

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In Wirklichkeit sei der etwa 1,75 Meter große, durchtrainierte Mann dann aber durch ein Oberlicht im zweiten Stock auf ein Vordach geklettert und zum Sportplatz gelaufen.

Dort holte er wohl seine Stangenkonstruktion aus dem Container und erklomm damit die Mauer. Zum Schutz vor dem Stacheldraht hatte er überdies eine Kunststoffmatte an der Stange befestigt. Dann sprang er zur anderen Seite fünf Meter tief in die Freiheit und entkam zu Fuß.

„Während seiner Haft ist der Mann in keiner Weise auffällig geworden, er hat sich immer regelkonform verhalten“, sagte Tunkel. Nach Angaben eines Polizeisprechers gibt es keinen Hinweis darauf, dass ihm jemand bei der Flucht geholfen haben könnte.

Von den Wachtürmen der JVA aus hätte die Tat gut beobachtet werden können. Diese sind derzeit wegen einer Asbestsanierung aber nicht besetzt, so Tunkel.

Update Freitag 14.30:

Der aus einem Bochumer Gefängnis entkommene Häftling hat für seine Flucht wahrscheinlich seine Stellung als Sportwart ausgenutzt. Der 42-Jährige sei für die Wartung der Geräte in der Turnhalle zuständig gewesen und dabei nicht permanent überwacht worden.

Wahrscheinlich sei er am Donnerstagabend über ein Oberlicht im zweiten Stock der Turnhalle auf ein Vordach gesprungen, von dort in den Innenhof gelangt und dann über die Mauer geklettert.

In diesem Bereich gebe es keine Kameraüberwachung. Von dem 42-Jährigen fehlt seit seiner Flucht am Donnerstagabend weiter jede Spur.

So berichteten wir bisher

Der 42-jährige Häftling ist am Donnerstag um 19.27 Uhr aus der JVA an der Krümmede in Bochum geflohen. Die Fahndung der Polizei läuft auf Hochtouren.

Dabei wurden Donnerstagabend auch ein Hubschrauber, Spürhunde und Kräfte der Bereitschaftspolizei eingesetzt, wie Polizeisprecher Volker Schütte am Freitagmorgen auf Nachfrage der Redaktion bestätigt.

Fünf Meter hohe Mauer überwunden

Nach Kenntnisstand von Donnerstag entkam der Häftling, indem er die rund fünf Meter hohe Mauer der JVA im Ortsteil Grumme überwand und zu Fuß über die Karl-Lange-Straße in Richtung Castroper Straße flüchtete.

Nach ersten Informationen von Polizei und JVA am Freitagvormittag gelang das mit einer Stangenkonstruktion. Woher genau der Häftling die Stangen hatte und wie er damit über die Mauer gelangen konnte, versuchen die Ermittler in der JVA zu rekonstruieren.

Bisher gehe man davon aus, dass die Stangen aus dem Sportbereich der JVA stammen, so Candida Tunkel, Pressesprecherin der JVA, am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion. Wie der Häftling sie unbemerkt von dort entfernen und zur Flucht nutzen konnte, ist noch unklar.

Beschreibung des geflohnen Häftlings

Häftling aus der JVA Bochum flieht mit Hilfe einer selbst gebauten „Steighilfe“

Der Häftling Aleksander Erceg ist am Donnerstagabend aus der JVA Bochum geflohen. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem 42-Jährigen. © Polizei

Bei dem Geflohenen handelt es sich um den 42 Jahre alten Aleksander Erceg. Dieser sitzt wegen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes ein und hatte noch eine Strafhaft bis 2021 zu verbüßen.

Aleksander Erceg wird laut Polizei Bochum wie folgt beschrieben:

  • Circa 1,75 Meter groß
  • Schlanke, drahtige Figur.
  • Er hat braune Augen und schulterlange nach hinten gegelte braune Haare.
  • Er hat Tätowierungen am Oberkörper und an beiden Oberarmen

„Wer den Häftling sieht, sollte die 110 anrufen“, so Schütte weiter. Die Polizei hat darüber hinaus eine Hotline für Hinweise eingerichtet, Tel. (0234) 909 75 00.

Mit Material von dpa

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