Polizisten entlarvten Diebe bei Verkehrskontrolle

Prozess

CASTROP-RAUXEL Für die beiden Polizisten im Streifendienst war es ein Zufalltreffer: Sie hielten am 12. Juni bei einer Verkehrskontrolle ein Auto an und fanden im Kofferraum Diebesgut - Kupfer- und Stahlseil vom Edelhoff-Gelände. Einer der zwei Fahrer des Wagens wurde nun vom Amtsgericht Castrop-Rauxel zu drei Monaten auf Bewährung und 100 Sozialstunden verurteilt, der andere Angeklagte muss sich noch verantworten..

von Von Gabriele Regener

, 13.10.2009, 18:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizisten entlarvten Diebe bei Verkehrskontrolle

Einer der beiden Sammler, ein 35-jähriger Türke, saß jetzt auf der Anklagebank. Sein Kumpel, mit dem er an jenem Sommerabend unterwegs war, fehlte und wird sich nun in einem eigenen Verfahren verantworten müssen. Denn dieser Kumpel hat ihn animiert, zum Edelhoff-Gelände zu fahren, das derzeit saniert wird. Dort läge jede Menge brauchbarer Schrott herum, man müsse sich nur bücken. Ein Unrechtsbewusstsein, dass es sich bei dieser Sammlung um Diebstahl handeln könnte, hatte der Angeklagte nicht. Schließlich hätten sie keinen Zaun übersteigen oder ein Tor gewaltsam öffnen müssen, meinte er. Zudem hätten sich noch andere Personen dort umgesehen.

Das bestätigte ein weiterer Zeuge, der direkt neben dem Gelände im Straßenbau tätig war. Vier oder fünf Personen seien an diesem Abend gegen 22 Uhr auf dem Gelände gewesen. Er habe sie darauf hingewiesen, dass sie dort nichts zu suchen hätten, sagte er aus. Den Angeklagten erkannte er Tags darauf auf einem Lichtbild der Polizei wieder. Fotos hatten die Polizisten, die die Kabelklauer stoppten, auch von deren Schuhen gemacht. Lehmklumpen wiesen auf den Tatort hin, der nur einige hundert Meter vom Ickerner Knoten entfernt ist.

Wäre der Angeklagte ein unbescholtener Bürger gewesen, wäre das Verfahren eventuell sogar eingestellt worden, zumal der Schrottwert des Diebesguts nicht festzustellen war. Der Mann hat jedoch ein üppiges Vorstrafenregister, ein gutes Dutzend Eintragungen. Neben mehreren Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auch Diebstahl, eine einschlägige Tat. Und da der Angeklagte derzeit arbeitslos ist und Hartz IV bezieht, folglich keine Geldstrafe bezahlen kann, forderte die Staatsanwaltschaft eine dreimonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Dem schloss sich der Richter in seinem Urteil an. Verhängte dazu 100 Stunden soziale Arbeit.

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