An der Schieferbergstraße in Dingen soll ein Baugebiet mit 40 Wohneinheiten entstehen. Über den Jahreswechsel wurden dort Sträucher gerodet. Früher war hier Schacht 3/4 der Zeche Graf Schwerin. © Tobias Weckenbrock
Wohnbauland

Projektleiter über Dingen-Pläne: Es soll kein Gebiet für Millionäre werden

Auf einem ehemaligen Zechengelände hat sich etwas getan: Hier wurden Sträucher und Büsche gerodet. Es geht voran mit den Plänen, in Dingen Bauland zu entwickeln. Wir sprachen den Projektleiter.

Lothar Müller ist Projektleiter für die Rhein-Ruhr Wohnwelt GmbH & Co. KG. Er plant für die Firma am Baugebiet in Dingen, da, wo früher Schacht 3/4 der Zeche Graf Schwerin war. Wir sprachen mit ihm über den Prozess, der dahinter steckt, und wann hier fertige Häuser stehen könnten.

Herr Müller, warum ist über die Feiertage auf der Fläche an der Schieferbergstraße in Dingen gerodet worden?

Gerodet kann man eigentlich gar nicht sagen, eher, dass der Rasen gemäht wurde. Es gehört zum Auftrag eines Grundstückseigentümers, die Verkehrssicherungspflicht einzuhalten und Flächen dementsprechend zu pflegen.

Was haben Sie als Projektleiter denn hier genau vor?

Seit den 70er-Jahren gibt es einen Bebauungsplan für dieses alte Zechengelände. Unser Plan ist: Wir bereinigen die kontaminierten Flächen und beheben das Problem an dieser Stelle. Wir wollen ja alle nicht, dass Kinder auf Boden spielen, der kontaminiert ist.

Und dann sollen hier bis zu 40 Wohneinheiten in einem Baugebiet entstehen?

Unser Ziel ist, eine ganz moderne Enklave zu erstellen unter Aspekten, die heute Sinn machen: Energetisch betrachtet sollen die Bewohner hier keinen großen Nebenkostenaufwand haben. Das muss aber alles erst umgesetzt werden, die Gutachten dazu müssen zunächst mal her … Es geht nicht von heute auf morgen.

Da sind wir bei der zeitlichen Frage. Wie lange geben Sie sich denn Zeit, bis hier Häuser stehen?

Das hat alles schon noch ein bisschen Zeit, aber wir arbeiten da schon sehr eng mit der Stadt zusammen, die auch ein Interesse daran hat, dass hier ein Baugebiet entsteht. Klar ist aber auch: Wir wollen zusehen, dass wir vorankommen, denn das ist ja unser Geschäft.

Was heißt enge Zusammenarbeit mit der Stadt konkret?

Wir gucken mit der Stadt zusammen, wie wir diese Fläche optimal nutzen und in Bauland umsetzen. Wobei noch nichts konkret feststeht. Derzeit werden lediglich Dinge auf den Weg gebracht. Wir haben aber auch nicht den Plan, dort erst in 15 Jahren fertig zu sein.

Zurück zu Ihrem Plan an sich. Wie stellen wir uns denn das Wohnviertel dort vor, wenn es fertig ist?

Unser Plan ist, ein Vorzeigequartier zu erstellen. Aber letztlich steht für uns auch die Wirtschaftlichkeit vorn an. Fakt ist auch, dass es kein Gebiet für Millionäre werden soll.

Laut unserem Kenntnisstand ist Vivawest Eigentümerin der Fläche und nicht eine Ihrer Gesellschaften. Das klingt komisch. Warum?

Erst wenn der für uns gültige Bebauungsplan steht, macht man eine faktische Eigentumsübertragung. Denn wir schultern aktuell ja schon die Gutachterkosten und wollen hier am Ende kein Geld in den Sand setzen.

Wann wäre Geld in den Sand gesetzt?

Es kann sein, dass aus dem Umweltbericht hervorgeht, dass hier Tiere leben, die dem Artenschutz unterliegen. Dann hat sich das ganze Projekt erledigt. Dann wollen Sie nicht einen sechsstelligen Betrag investiert haben. Und schon die Gutachten kosten ja auch richtig Geld.

An welcher Stelle der Planungen stehen wir denn gerade?

Wir warten derzeit auf die Gutachten. Dann sehen wir weiter.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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