Protestaktion bei Real läuft unter dem Motto „Menschen sind keine Restposten“

mlzSiemensstraße

Am Real-Markt in Castrop-Rauxel wollen Mitarbeiter am Donnerstag (19.12.) auf ihre ungewisse Zukunft aufmerksam machen. Sie planen eine Protestaktion.

Habinghorst

, 18.12.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Real-Markt an der Siemensstraße in Castrop-Rauxel soll es am Donnerstag, 19. Dezember, eine große und öffentlichkeitswirksame Protestaktion geben. Mitarbeiter des Real-Marktes wollen dabei mit Unterstützung der Gewerkschaft Verdi auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen.

Noch immer nämlich, so sagt Gewerkschaftssekretär Karsten Rupprecht, gebe es zur Zukunft der Real-Häuser keine Aufklärung. Bekanntlich will die Muttergesellschaft Metro dieses Geschäftsfeld abstoßen. Dabei geht es um 34.000 Beschäftigte und deren Familien.

Zukunft des Unternehmens immer noch unklar

Wie Rupprecht erläutert, sei eine komplette Zerschlagung der Real-Gruppe zu erwarten - mitsamt Verkauf vieler Häuser auch an kleinere Unternehmen. Die wollen oder können allerdings keine Garantie für das Real-Personal übernehmen. Das Unternehmen, so Verdi, solle offenbar erst einmal komplett verkauft werden.

Zunächst war die Immobiliengesellschaft Redos als Käufer im Blick. Die Verhandlungen sind inzwischen aber gestoppt worden. Derzeit spricht die Metro nun wohl mit dem x+Bricks-Konsortium über eine Übernahme der Handelskette. Im Raum steht eine Summe von 500 Millionen Euro.

Käufer wird die Läden wohl nicht selbst betreiben

Es wird aber nicht angenommen, dass ein Käufer die Häuser alle selbst weiter betrieben wird. Vielmehr geht man davon aus, dass das Unternehmen in Teilen weiterverkauft werden soll.

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Einer Kunden-Information, die am Donnerstag bei den Protesten verteilt werden soll, ist zu entnehmen, dass Verdi damit rechnet, dass eine der ersten Käuferinnen Edeka sein könne. Bei der Edeka-Gruppe wird ein erheblicher Teil der Märkte von selbstständigen Kaufleuten geführt. Sie haben keine Verdi-Tarifbindung und selten Betriebsräte.

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Um auf diese Situation aufmerksam zu machen und um um öffentliche Unterstützung bei den Real-Kunden zu werben, soll unter anderem in Habinghorst protestiert werden. Betriebsrätin Desiree Simon am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion: „Ab 10.30 Uhr wollen wir mit einer großen Würfelaktion protestieren.“ Auf den Würfeln, die als Eye-Catcher dienen, „werden wir in einfacher Kinder-Sprache unsere Nöte vermitteln“.

Auch der Bürgermeister ist wieder vor Ort

Die zentrale Botschaft der Protestaktion, bei der zudem Handzettel und weiteres Infomaterial vor dem Real-Markt an Kunden und andere Castrop-Raiuxeler verteilt werden soll, lautet dabei „Wir sind kein Restposten bei Real“ oder auch „Menschen sind keine Restposten“.

Zu den Protesten am Donnerstag hat sich auch wieder Bürgermeister Rajko Kravanja angesagt, der laut Desiree Simon aber erst ab 11.30 Uhr vor Ort sein könne. Kravanja hat sich bereits im November 2018 mit den Real-Mitarbeitern solidarisch erklärt, mitprotestiert und das Gespräch mit den Real-Verantwortlichen gesucht.

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