Protestaktion bei Real soll den Beschäftigten Respekt bei den Kunden verschaffen

mlzSiemensstraße

Mit Respektkärtchen und einer Würfelaktion haben Mitarbeiter am Donnerstag einen Protest bei Real in Castrop-Rauxel gestartet. Das Ziel dahinter: Endlich Klarheit über die Zukunft erzielen.

Habinghorst

, 19.12.2019, 13:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Befahren des Real-Parkplatzes an der Siemensstraße in Habinghorst fallen einem am Donnerstagmorgen (19. Dezember) sofort die weißen Pappwürfel auf, die in einer Parkbucht stehen.

Hinzu kommen Menschen, die einen Aufkleber mit der Aufschrift „Ich bin kein Restposten bei Real!“ auf ihren Jacken tragen.

Mitglieder von Verdi und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wollen den Beschäftigten mit der Protestaktion Respekt verschaffen. Auf Handzetteln, die an Kunden verteilt werden, wird das Schicksal der Bediensteten noch einmal zusammengefasst.

Bürgermeister Rajko Kravanja (v.l.), Reiner Ofenhammer, Udo Behrenspöhler, Norbert Sperling (alle vom DGB), Desiree Simon, Betriebsrätin des Real-Marktes, und Tobias Krupp, Gewerkschaftssekretär, verteilen Handzettel und Respektkarten an die Kunden des Real-Marktes.

Bürgermeister Rajko Kravanja (v.l.), Reiner Ofenhammer, Udo Behrenspöhler, Norbert Sperling (alle vom DGB), Desiree Simon, Betriebsrätin des Real-Marktes, und Tobias Krupp, Gewerkschaftssekretär, verteilen Handzettel und Respektkarten an die Kunden des Real-Marktes. © Janine Jähnichen

Ungewissheit zehrt seit Monaten an den Nerven

Seit rund 14 Monaten zieht sich der Verkaufspoker um die Real-Märkte hin. Bei den Angestellten herrscht seit einem Jahr die Ungewissheit, wie es weitergehen soll. „Es zehrt nur noch an den Nerven. Jeden Morgen steht man mit Bauchschmerzen auf, weil man befürchtet, heute könnte der Tag der Kündigung kommen“, beschreibt Desiree Simon, Betriebsrätin.

Sie hat die großen weißen Pappwürfel mit Kinderworten beschriftet, um das Schicksal der Angestellten und ihrer Familien zu verdeutlichen. Sätze wie „Papa sagt, ich kriege nicht viel vom Weihnachtsmann, weil dein Chef dir weniger als anderen Verkäuferinnen zahlt“ prangen auf den Würfeln.

Zu solchen Aussagen könnte es kommen, wenn ein Teil der Filialen an Edeka verkauft würde, dessen Märkte oft von selbstständigen Kaufleuten ohne Tarifbindung geführt werden, so warnt Verdi.

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Mitglieder des DGB verteilen vor dem Eingang des Marktes Respektkärtchen an die Kunden. Als Zeichen der Sympathie und der Anerkennung können die Kunden diese bei ihrem nächsten Einkauf an die Real-Beschäftigten weitergeben.

„Die Resonanz auf unsere Aktionen ist unter den Kunden durchweg positiv! Die meisten haben großes Verständnis für die Mitarbeiter und schätzen den Markt hier als Institution“, betont Norbert Sperling, Vorsitzender des DGB im Kreis Recklinghausen. Seit Anfang des Jahres unterstützt die Gewerkschaft nun die Real-Mitarbeiter.

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Bürgermeister Rajko Kravanja, ebenfalls mit einem Aufkleber ausgestattet, begleitet die Protestaktion am Donnerstag in Habinghorst. Wie seit Ende 2018 eigentlich immer. Ihm sei es wichtig, den Mitarbeitern von Seiten der Stadt den Rücken zu stärken, gibt er bei dieser Gelegenheit zu verstehen: „Der Druck auf die Unternehmensleitung soll durch solche Aktionen erhöht werden. Es muss mehr Öffentlichkeitswirksamkeit herrschen, damit die Mitarbeiter endlich erfahren, wie es für sie weitergeht!“.

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