Bei der ersten richtigen Ratssitzung der neuen Periode in der Europahalle war ein Mitglied der SPD-Fraktion schon infiziert. Die Konsequenzen beschäftigten am Montag Verwaltung und Politik. © Tobias Weckenbrock
Covid-19

Ratsmitglied mit Coronavirus infiziert: Sitzungsteilnehmer werden getestet

Das Coronavirus hat den Stadtrat von Castrop-Rauxel erreicht. Ein SPD-Politiker ist nach der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag positiv getestet worden. Nun steht ein Massentest an.

Zum Zeitpunkt der Ratssitzung in der Europahalle am vergangenen Donnerstag (3.12.) war ein Mitglied der SPD-Fraktion offenbar unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert. Das hat die Stadt Castrop-Rauxel am Montag mitgeteilt.

Den Abstrich hat die betroffene, symptomfreie Person am Tag darauf, also am Freitag, in einem Routinetest am Arbeitsplatz machen lassen. Das positive Testergebnis kam am Montag per App.

Vom Gesundheitsamt hat die Person nach eigenen Angaben bis Montagnachmittag noch keine Nachricht erhalten. Nach dem App-Alarm unterrichtete das Ratsmitglied sofort Bürgermeister Rajko Kravanja. Die infizierte Person verfasste zudem eine Infomail an alle Fraktionen.

Das Virus, so glaubt die betroffene Person, habe sie sich vermutlich am Arbeitsplatz gefangen. Tests im direkten Familienkreis hätten keinen positiven weiteren Befund erbracht.

Reaktion der Stadt wurde am Vormittag beraten

Nach der Information über das Testergebnis musste die Stadtverwaltung am Montag reagieren. Wie genau, war nach der Erst-Information über den positiven Test am Vormittag zunächst nicht klar.

Bürgermeister Rajko Kravanja und der Verwaltungsvorstand begaben sich zunächst in Isolation, um eine weitere Ausbreitung des Virus unmöglich zu machen. Denn auch der Bürgermeister und die Beigeordneten waren am Donnerstag bei der Ratssitzung dabei gewesen.

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entschied man am Nachmittag, sämtliche Sitzungs-Teilnehmer auf Corona testen zu lassen. Das erledigen Hilfsorganisationen im Auftrag des Gesundheitsamtes am Dienstag (8.12.). Darüber sollen alle Teilnehmer der Ratssitzung informiert werden.

Rund 80 Personen waren im Ratssaal dabei

Die Fakten vom Donnerstagabend: Von 16 bis etwa 20 Uhr saßen und standen etwa 80 Personen in der Europahalle zusammen: 50 Ratsmitglieder unten im Saal, der Verwaltungsvorstand und zwei weitere Frauen aus dem Bereich Ratsangelegenheiten im Rathaus auf der Bühne.

Hinten saßen etwa ein Dutzend Zuschauer und Verwaltungs-Mitarbeiter sowie ein Reporter. Dabei galt eine absolute Maskenpflicht mit fast keinen Ausnahmen.

Im Vorfeld der Sitzung gab es aber auch vereinzelt Fraktionsrunden, möglicherweise an den Vortagen auch Zusammenkünfte zur Beratung.

Eine Besonderheit hatte die Ratssitzung dann: Zwischendurch traten die Fraktionen unter sich und die Fraktionsvorsitzenden untereinander zu Beratungen näher zusammen. Dabei ging es stets um die Besetzung der Ausschuss-Vorsitze, ein rund zweieinhalb Stunden dauerndes Geschehen im großen Plenum und in kleineren Gruppen. Stets blieb man allerdings in der großen Halle oder in den offenen Katakomben gleich nebenan.

Die Halle hat, erklärte die infizierte Person unserer Redaktion, angesichts ihres Alters einen entscheidenden Vorteil: Sie verfügt nicht über eine Umluftanlage. Verbrauchte Luft wird hinausgeblasen, frische Luft hereingepumpt. So haben es wahrscheinlich auch Viren schwerer, sich zu verbreiten.

Da jedoch nicht sicher sei, dass während dieser Beratungen zusätzlich die nötigen Abstände gewahrt wurden und deswegen die einfache Kontaktnachverfolgung nicht sichergestellt werden kann, entschlossen sich das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen und die Stadt Castrop-Rauxel zu der ausgeweiteten Testmaßnahme, so teilte die Stadt am Nachmittag mit.

Sitzung war zulässig

Sitzungen von rechtlich vorgesehenen Gremien öffentlich-rechtlicher Institutionen und Parteien sind weiterhin zulässig. Dies besagt die aktuelle Coronaschutzverordnung vom 30. November 2020.

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Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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