Rauchverbot: Das Thema spaltet die Castrop-Rauxeler in zwei Lager

mlzFacebook-Diskussion

Soll es im Freibad oder sogar in Biergärten und Straßencafés ein Rauchverbot geben? Dieses provokante Ansinnen sorgt in Castrop-Rauxel gerade für heiße Diskussionen auf Facebook.

Castrop-Rauxel

, 03.08.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unser Bericht über Kira Bushold, die ein Raucherverbot im Parkbad Nord fordert und der anschließende Kommentar von Thomas Schroeter, der sich für ein Rauchverbot nicht nur im Freibad, sondern auch in Biergärten und Straßencafés ausspricht, haben gerade bei Facebook für regen Widerhall gesorgt.

Die Reaktionen belegen, dass es sich bei diesem Thema um einen sensiblen Bereich handelt, der sowohl das Raucher- als auch das Nichtraucherlager beschäftigt. Die Fronten sind dabei nicht sortenrein, auch so mancher Raucher kann verstehen, dass Zigarettenrauch auch im Biergarten mehr als lästig sein kann. Aber auch Nichtraucher warnen davor, an dieser Stelle ein neues Verbotsfass aufzumachen.

Das Schlagwort von viel zu vielen Verboten, mit denen die Menschen inzwischen belegt würden, bestimmt die Diskussion auf Facebook in weiten Teilen. Das gilt sowohl für unseren eigenen Facebook-Kanal als auch für die Gruppe „Du bist Castroper, wenn...“, in der der Kommentar seit Mittwochnachmittag ebenfalls heiß diskutiert wurde und immer noch wird.

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Hier dokumentieren wir einige der Argumente und Meinungen, die dort in die Diskussion eingebracht wurden, die bis auf wenige Ausnahmen sogar relativ zivilisiert abgelaufen ist. Darunter waren auch Kommentare von Castrop-Rauxeler Kommunalpolitikern, die wir hier ebenfalls berücksichtigt haben:

„Durch das Rauchverbot sind so viele Kneipen pleite, Arbeitsplätze verloren und Existenzen kaputt gegangen.“

„Solang es Bereiche gibt, die dann von Rauchern genutzt werden können, finde ich das völlig ok und das sag ich als Raucherin. Ich würde auch nicht gern im Qualm sitzen, als Nichtraucher und auch im Freibad, wo viele Kinder sind, gehört die Fluppe einfach nicht hin.“

Rauchverbot: Das Thema spaltet die Castrop-Rauxeler in zwei Lager

© Schroeter, Thomas

„Ich stelle mich zum Rauchen draußen in den Regen, wenn es sein muss. Ich rauche zu Hause nur auf dem Balkon. Rücksichtnahme gehört sich beiderseits. Nicht nur fordern, auch Kompromisse finden. Drinnen ist rauchfrei, daher draußen rauchen erlaubt in der Gastronomie.“

„Schau ich mir heute so einige Raucher an, die meinen sich an keine Regeln halten zu müssen, ihre Kippen mit voller Absicht neben einen Aschenbecher zu werfen oder diese aus einem fahrenden Auto zu werfen, ja dann bin ich für ein absolutes Rauchverbot.“

Rauchverbot: Das Thema spaltet die Castrop-Rauxeler in zwei Lager

© Schroeter, Thomas

„Bin seit 15 Jahren Nichtraucher. Rauchen in Straßencafé oder Biergarten stört mich nicht. Viele meiner Freunde rauchen und wir sitzen oft im Garten zusammen.

Im Beisein von Kindern wird selbstverständlich nicht geraucht.“

„Finde ich übertrieben. Der einzige Ort, den man im Schwimmbad verbieten könnte und auch ok wäre, wäre am Kinderbecken.“

Rauchverbot: Das Thema spaltet die Castrop-Rauxeler in zwei Lager

© Schroeter, Thomas

„Man sollte Raucherecken einrichten, da stehen dann auch Aschenbecher. Erstmal werden die Kinder geschützt und die Kippen liegen nicht überall rum. Sowas hat aber eigentlich der Betreiber des Parkbads zu regeln, der hat Hausrecht und kann selbstverständlich ein Rauchverbot verhängen. Ich finde, da es sehr viele Kinder sind, die der Hauptteil der Gäste sind, sollte man die schützen.“

„Jeder der raucht, ist sich darüber im Klaren, gute Chancen auf Lungenkrebs oder noch besser COPD zu haben. Und in Australien kostet eine Schachtel Kippen umgerechnet 16,50 €. Würde ich auch für Europa begrüßen. Zahl der Raucher ginge sicherlich rapide bergab....“

Rauchverbot: Das Thema spaltet die Castrop-Rauxeler in zwei Lager

© Schroeter, Thomas

„Raucher werden wie Aussätzige behandelt. Rauchen verändert aber nicht den Charakter. Im Gegensatz zu Alkohol und Drogen. Saufen bis zum Abwinken in der Öffentlichkeit und sogar Drogenkonsum werden aber geduldet. In geschlossenen öffentlichen Räumen ist ein Rauchverbot allerdings notwendig.“

„Wenn das durchkommt, dann gehen die Raucher nicht mehr ins Freibad. Das gibt dann Einbußen für das Freibad.“

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Kommentar

Rauchen muss im Freibad, im Biergarten und im Straßencafé verboten werden

Eine Besucherin hat die Diskussion um ein Rauchverbot im Parkbad Nord angestoßen. Der Autor dieser Zeilen geht weiter: Er verlangt ein Rauchverbot auch im Biergarten oder im Straßencafé. Von Thomas Schroeter

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