Zukunft des Real-Marktes: Übernimmt ein Wettbewerber den Standort in Castrop-Rauxel?

mlzVerkauf der Supermarkt-Kette

Was passiert nach dem Verkauf der Supermarkt-Kette mit dem Real-Markt in Habinghorst? Bei den 160 Mitarbeitern herrscht Unklarheit. Der Vorsitzende des Betriebsrates wird konkret.

Habinghorst

, 18.10.2019, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Metro verkauft seine Supermarkttochter Real. Das Bundeskartellamt erteilte am Donnerstag (17. Oktober) die Freigabe für den geplanten Verkauf von Real an den Immobilieninvestor Redos.

Die 277 Real-Märkte werden in drei Gruppen eingeteilt: Einen Teil der Real-Filialen und den Onlineshop Real.de will der Immobilien-Investor Redos zusammen mit Metro selbst weiterbetreiben. Rund 40 Märkte sollen geschlossen werden. Alle anderen Filialen gehen an Wettbewerber.

So schätzt der Betriebsratsvorsitzende die Chancen ein

Doch zu welcher Gruppe gehört der Markt in Castrop-Rauxel an der Siemensstraße? „Dass der Markt komplett geschlossen wird, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen“, sagt Dennis Walter, Betriebsratsvorsitzender des Real-Marktes im Castrop-Park, „ebenso glaube ich nicht, dass unser Real zu den Kern-Märkten gehört, die selbst weiterbetrieben werden.“

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Daher bliebe nur eine Lösung: Ein Wettbewerber übernimmt den Standort an der Siemensstraße. Laut Medienberichten kämen dafür Konkurrenten wie Edeka, Rewe oder Kaufland infrage.

So stehen die Chancen der verschiedenen Mitarbeiter-Gruppen

Doch nicht nur die Frage, wie es mit dem Supermarkt generell weitergeht, ist offen, sondern auch die Zukunft der insgesamt 160 Mitarbeiter inklusive Leiharbeiter an der Siemensstraße. Dennis Walter spricht gegenüber dieser Redaktion von einer Vier-Klassen-Gesellschaft unter den Mitarbeitern.

„Bei uns arbeiten Mitarbeiter, die nach dem Flächentarifvertrag bezahlt werden, dann neuere Kollegen, die laut dem DHV-Vertrag schlechter verdienen, sowie Mitarbeiter mit Werksverträgen und Leiharbeiter“, so Dennis Walter.

Zukunft des Real-Marktes: Übernimmt ein Wettbewerber den Standort in Castrop-Rauxel?

Im Real-Supermarkt an der Siemensstraße sind insgesamt 160 Mitarbeiter beschäftigt. © Thomas Schroeter (Archiv)

Letztere müssten wohl als erstes um ihren Job bangen. Auch Mitarbeiter mit Werksverträgen und mit einem DHV-Vertrag hätten schlechtere Übernahmechancen. „Die Kollegen mit dem DHV-Vertrag haben in der Regel befristete Verträge, demnach könnte der Arbeitgeber diese einfach auslaufen lassen“, sagt Dennis Walter.

Zunächst bleibe vorerst aber alles beim Alten. „Es kann jetzt ein paar Wochen dauern, bis alle Angebote für die einzelnen Standorte ausgewertet sind“, sagte die Metro-Sprecherin Hülya Dagli auf Anfrage.

Die offizielle Abwicklung erfolgt erst im kommenden Jahr

Dennis Walter wird wiederum etwas konkreter: „Die Angebote der Wettbewerber werden wohl bis etwa Mitte/Ende November ausgewertet worden sein. Anschließend geht die Sache zum Kartellamt.“

Der Betriebsratsvorsitzender des Real-Marktes im Castrop-Park geht davon aus, dass sich der gesamte Ablauf bis Ende Februar hinziehen könne.

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