Rechtsabbieger von der Ringstraße aufgepasst: Hier fühlen sich Fußgänger unsicher

mlzGefährliche Kreuzung?

Jetzt reicht es Renate Müller-Stender. Die 74-jährige wohnt seit einigen Monaten an der Kreuzung der B235 mit der Dortmunder Straße. Es ist brandgefährlich hier, findet sie. Ist das wahr?

Castrop

, 27.02.2019, 04:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie fühlt sich unsicher hier, sagt Renate Müller-Stender am Dienstagvormittag auf dem Gehweg der Ringstraße / B235 an der großen Kreuzung mit der Dortmunder Straße: Sie hat seit ein paar Monaten eine Wohnung im Betreuten Wohnen des Altenwohnheims St. Lambertus direkt an dieser viel befahrenen Straße und geht häufiger in der Woche einmal die Ampel rüber zum Edeka Gronemann oder zur Bäckerei Büsch. Über den Fußgängerüberweg. Über einen, der brandgefährlich ist, wie sie findet.

Im Seniorenheim wird oft darüber gesprochen

„Die Rechtsabbieger, die aus Richtung Engelsburgplatz kommen, passen oft nicht auf“, klagt sie. Im ganzen Haus, auch nebenan im Seniorenheim, wo sie den Bewohnern oft beim Essen hilft, spreche man über die Gefahr beim Überqueren der Dortmunder Straße. Und beim Bäcker, da hätte schon so manche Mitarbeiterin Schauergeschichten erzählt.

Video
Renate Müller-Stender über die Gefahrenstelle an der Ringstraße

Beim Ortstermin Ende Februar wird deutlich: Wenn hier die Hecke belaubt ist und durch den Zaun wächst, also in ein paar Wochen, dann ist der Fußgängerüberweg beim Abbiegen in der Tat schlecht einzusehen. Die Autos kommen mit reichlich Geschwindigkeit die Ringstraße runter und sehen dann in die Dortmunder Straße herein. Dort gilt dann nach wenigen Metern Tempo 30 - aber das ist vorher nicht zu sehen. Und an der Ampel selbst gibt es keinen gesonderten Hinweis auf Fußgänger.

Verhängnisvoller Unfall im September 2018

Am 12. September gab es hier in genau so einer Situation einen verhängnisvollen Unfall: Eine 84-jährige Autofahrerin aus Dortmund erfasste ein 12-jähriges Mädchen, das mit dem Rad unterwegs war. Das Kind stürzte, musste ins Krankenhaus gebracht werden und dort einige Tage bleiben - schwer verletzt.

Ansonsten gibt die Polizeistatistik hier nichts weiter her seit Anfang 2018: Vier Unfälle sind an dieser Kreuzung, eine der größten in Castrop-Rauxel, im Register vermerkt. Nur einer beim Abbiegevorgang. Aber Polizeisprecherin Ramona Hörst schränkt das ein wenig ein: „Es gibt sicher auch Beinahe-Unfälle“, so Hörst. Die würden der Polizei nicht gemeldet, klar, aber sie könnten Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Menschen haben. An so einen Fall erinnert sich Renate Müller-Stender: Eine Mitarbeiterin des Seniorenheimes sei vor einigen Monaten „auf der Motorhaube eines Autos“ gelandet, so die 74-Jährige. Zum Glück blieb es beim Schrecken.

Kann man nicht ein Warnblinklicht anbringen?

Müller-Stendel würde sich hier ein Warnschild wünschen, das Rechtsabbieger auf die Fußgänger hinweist. Vielleicht gäbe es auch die Möglichkeit eines gelben Warnblinklichts an der Ampel auf der anderen Straßenseite.

Das ist aber nicht in Sicht. „Wie Sie beschrieben haben, befindet sich dort eine Ampelanlage mit einer üblichen Regelung des Verkehrsflusses für Fahrzeuge (wartepflichtig) und Fußgänger“, antwortet Nicole Fulgenzi, Sprecherin der Stadtverwaltung, auf eine Anfrage unserer Redaktion. „Mehr Schilder sind an dieser Stelle nicht angedacht. Um eine häufige Unfallstelle handelt es sich nicht.“ Straßen.NRW, an Bundesstraßen für den Verkehr zuständig, weist die Zuständigkeit von sich: Die Stadt würde im Zweifel eine Unfallkommission einberufen, wenn es sich um eine Häufungsstelle handele.

„Muss erst etwas Schlimmes passieren?“, sagt Renate Müller-Stender.

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen