Rütgers bekräftigt Bekenntnis zum Standort Castrop-Rauxel

Wirtschaft

CASTROP-RAUXEL Mit einer Expansionsstrategie auf die asiatischen Wachstumsmärkte will das seit 112 Jahren hier ansässige Chemie-Unternehmen Rütgers den Standort Castrop-Rauxel langfristig sichern.

von von Michael Fritsch

, 02.10.2009, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blicken optimistisch in die Zukunft: Der neue Rütgers-Vorstandschef Henri Steinmetz (M.), umrahmt von Betriebsratschef Ralf Danszczyk (l.) und Finanzvorstand Joachim Eilert.

Blicken optimistisch in die Zukunft: Der neue Rütgers-Vorstandschef Henri Steinmetz (M.), umrahmt von Betriebsratschef Ralf Danszczyk (l.) und Finanzvorstand Joachim Eilert.

Dieses Bekenntnis legte der neue Vorstandschef Henri Steinmetz gestern bei der Vorstellung einer Zwischenbilanz "Operation Excellence 2009" ("Opex") ab. "Wir können Resultate vorweisen, die auf eine sichere Zukunft des Unternehmens verweisen", fasste der 52-Jährige die bisherigen Opex-Resultate zusammen. "Das Bluten nach Ausbruch der Krise ist gestoppt", fügte er hinzu. Hinzu komme als Standortfaktor die sehr gute Infrastruktur: "Wir sind Energieerzeugerland, haben Straßen, Bahn und Wasserwege."

190 Einzelmaßnahmen Das vor knapp einem Jahr entwickelte Optimierungsprogramm umfasst rund 190 Einzelmaßnahmen in den Bereichen Energieeinsparung, Prozessoptimierung und Nachhaltiges Wirtschaften. Es bürdet Belegschaft wie Unternehmensführung empfindliche Opfer auf. Gesamtbetriebsratschef Ralf Danszczyk bezifferte das Volumen der Zugeständnisse der deutschen Rütgers-Belegschaft auf sechs Millionen Euro. Größter Batzen: Die Verschiebung der ausgehandelten Tariferhöhung von 3,3 Prozent von Mai 2009 auf Januar 2010 sowie der vorläufige Verzicht auf das Weihnachtsgeld, das mit 95 Prozent fast ein Monatsgehalt beträgt. Bei entsprechender Geschäftsentwicklung könnte es 2010 nachträglich ausgezahlt werden.

Gleichwohl stellte sich Danszczyk uneingeschränkt hinter Opex: "Das ist unser gemeinsamer Weg", stellte er klar, der in einem sehr offenen Dialog vorgezeichnet worden sei. Beim Ringen um bessere Lösungen sei "alles auf den Prüfstand gekommen".

Vorbild für andere Rütgers, so Dansczyk, habe bewiesen, dass es auch in der Krise "echte Sozialpartnerschaft" pflege und damit Vorbild für andere Unternehmen sei.

Steinmetz bezeichnete es als überlebenswichtig, dass der Teerverwerter Rütgers, mit 450 Arbeitsplätzen größter gewerblicher Arbeitgeber in Castrop-Rauxel, erfolgreich in die asiatischen Wachstumsmärkte einsteigt. Deshalb habe man mit einem Büro in Schanghai schon einen "Brückenkopf" gebildet. Wachstum in Indien und China sei eine wichtige Voraussetzung für die Standortsicherung in Castrop-Rauxel.

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