Rütgers: Modernisierung verschlingt 70 Mio. Euro

RAUXEL 18 Millionen Euro investiert die Rütgers Chemicals GmbH in den Abriss alter Anlagen, die teilweise schon seit Jahren nicht mehr genutzt werden.

von Von Peter Wulle

, 17.09.2007, 14:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Der Standort wird dabei sein Gesicht verändern und wieder zum Flaggschiff der Rütgers Chemicals Gruppe werden“, erklärte Dr. Heinz Rzehak, Vorsitzender der Geschäftsführung, bei der Präsentation des Masterplans. Rund 20 Prozent des Werksgeländes in Rauxel sollen schon in zweieinhalb Jahren zur Ansiedlung produktiver Gewerbebetriebe zur Verfügung stehen.

Der Rückbau ist beschlossen und wird unabhängig vom laufenden Verkaufsprozess durchgezogen. „Der Zug ist nicht mehr zu stoppen“, unterstrich Dr. Rzehak bei der Vorstellung des Projekts. Wie berichtet, soll der Rauxeler Teerverwerter, der bisher zum RAG/Evonik-Konzern gehört, noch in diesem Jahr verkauft werden.

"Sozialverträglicher Personalabbau"

Um die Verkaufschancen zu verbessern, sind in einer bis 2014 geltenden Zukunftsvereinbarung mit den derzeit noch rund 550 Beschäftigten nicht nur ein „sozialverträglicher“ Personalabbau, sondern auch Maßnahmen zur Standort-Stärkung geregelt worden. „Man sieht nun, dass die ehemalige RAG Wort gehalten hat. Es wird weiter investiert“, so Dr. Rzehak, unter dessen Regie in Rauxel mittlerweile schwarze Zahlen geschrieben werden.

Während der Blick auf den Wachstumsmarkt China gerichtet ist, wird der seit 150 Jahren bestehende Standort an der Kekuléstraße für die Zukunft fit gemacht. „Zukunft braucht Herkunft“, sagte Frank Boettcher, Mitglied der Geschäftsführung. Indem man jetzt mit der Vergangenheit aufräume, habe man für die Zukunft einen „blitzsauberen Standort.“

50 Objekte abreißen

Zum Beispiel wird das Rauxeler Werk seit knapp zwei Jahren von einem modernen, von der STEAG betriebenen Kraftwerk im Herzen des Standorts versorgt. Das alte Kesselhaus steht aber noch. Mit diesem Backsteingebäude sind es über 50 Werkanlagen vom Tank bis zur gesamten Produktionsanlage sowie nicht mehr genutzte Betriebsteile, die in den nächsten 30 Monaten abgerissen und verschrottet werden. Soweit möglich, sollen die Sedimente (Quecksilber, Öle) und Metalle aufbereitet und wiederverwertet werden.

Die Chemicals GmbH macht es sich für das gewaltige Rückbauprogramm zunutze, dass bis 2009 noch knapp 100 Mitarbeiter beschäftigt werden, die dann über Altersteilzeit oder andere Modi frühzeitig aus dem Unternehmen ausscheiden. Dem künftigen Erwerber der Chemicals-Gruppe empfiehlt Dr. Rzehak die frei werdenden sieben Hektar Fläche von einer Immobiliengesellschaft professionell vermarkten zu lassen. Eine „Reihe von Anfragen“ habe man in der Vergangenheit wegen der guten Bahn- und Hafenanbindung schon gehabt. Für chemie-nahe Unternehmen sowie für Firmen aus der Stahl- oder Transportbranche sei der Standort sehr attraktiv.

 

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