Rütgers- Verkauf: Angst vor einer Heuschrecke

RAUXEL Die Angst vor der "Heuschrecke" geht um. Rütgers Chemicals steht kurz vor dem Verkauf.

von Von Peter Wulle

, 11.09.2007, 07:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Es ist amtlich: Rütgers ist verkauft.

Es ist amtlich: Rütgers ist verkauft.

In der entscheidenden Phase des Verkaufsprozesses erinnern die Arbeitnehmervertreter der Rütgers Chemicals GmbH die RAG-Führung daran, dass auf keinen Fall ein Finanzinvestor mit reinem Spekulationsinteresse neuer Eigentümer der Teerdestillation in Rauxel werden dürfe. In dem Werk sind rund 600 Menschen beschäftigt, die darauf hoffen, dass ihre Arbeitsplatzinteressen in dem Verkaufsprozess entscheidende Berücksichtigung finden. Wie berichtet, will sich der Mutterkonzern RAG mit dem Börsengang noch in diesem Jahr von der Sparte Teerchemie trennen.

Zukunftsvereinbarung

In einem Schreiben an die RAG-Führung erinnern die Vertrauensleute der Gewerkschaft (IGBCE) und der Betriebsrat an die im vorigen Jahr geschlossene Zukunftsvereinbarung. Diese beinhaltet neben dem "sozialverträglichen" Abbau von 120 Arbeitsplätzen für die 500 verbleibenden Beschäftigten eine Arbeitsplatz-Garantie bis 2015. Es gelte, nicht den größtmöglichen Kaufpreis zu erzielen, "sondern die Zunkunftsvereinbarung offensiv gegenüber den Interessenten zu vertreten und durchzusetzen." Zur Zukunftssicherung, so heißt es, hätten die Arbeitnehmer sich in den vergangenen Jahren immer solidarisch gezeigt: "Wir haben auf der Wegstrecke auf Einkommensbestandteile ebenso verzichtet, wie auf soziale Unterstützungen, die wir uns erarbeitet und auch erkämpft hatten."

Verhandlungen

Bis zum 19. September nimmt die RAG noch Kaufangebote entgegen. Danach wird entschieden, mit welchem Interessenten noch weiter verhandelt wird. Im Oktober soll bereits ein Vorvertrag unterzeichnet werden. Ziel ist es den Verkauf der Chemicals GmbH noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen.

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