Rum bei Netto, Joghurt und Bier bei K+K: Zwei Gerichtstermine für zwei Bagatell-Diebstähle

Angeklagte ist Wiederholungstäterin

Zweimal stahl die 53-Jährige. Die Beute betrug weniger als 20 Euro. Ein geringer Wert - doch hinter dem Vergehen steckt ein schwerwiegendes Problem. Und eine Menge Aufwand fürs Amtsgericht.

Castrop-Rauxel

, 11.07.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rum bei Netto, Joghurt und Bier bei K+K: Zwei Gerichtstermine für zwei Bagatell-Diebstähle

Aus dem K+K stahl die Angeklagte Knabbersachen und Bier. © Tobias Weckenbrock

Die 53-jährige Angeklagte antwortete dem Richter bereitwillig. Sie gab Auskunft über ihre persönliche Situation: Sie sagte, dass sie in einer ambulant betreuten Wohnform lebe und über wenig Geld verfüge. Und sie gestand ihr großes Problem: Drogen. Nur zu den beiden Diebstählen, die sie diesmal vor den Richter gebracht hatten, konnte sie nichts sagen. Keine Erinnerung, so die Behauptung.

„Es wird wohl so gewesen sein“

„Es wird wohl so gewesen sein“, sagte sie, nachdem der Staatsanwalt die beiden Delikte vorgetragen hatte. Da war einmal der Diebstahl vom 22. Februar bei K+K: zwei Flaschen Bier, Joghurt, Knabbersachen und etwas Süßes, zusammen für exakt 8,28 Euro. Einige Wochen später ließ die Frau in einem Netto-Laden eine Flasche Rum im Wert von 8,99 Euro mitgehen.

Nach juristischer Bewertung waren das geringwertige Angelegenheiten. Aber nicht die ersten. Das Vorstrafenregister listet inzwischen 31 Straftaten auf. Die meisten beging die Angeklagte vermutlich unter dem Einfluss von Drogen.

Jetzt müssen Zeugen Beweise liefern

Eine weitere Verurteilung kommt seit dieser Verhandlung aber noch nicht hinzu. Weil die Frau sich nicht an die beiden angeklagten Diebstähle erinnert, müssen Zeugen aus den beiden Geschäften geladen werden. Denn nur wenn ein Vergehen bewiesen wird, könne er ein Urteil fällen, so der Richter. Fortsetzung folgt.

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