Kaum Saft für E-Autos - So wenig Ladestationen gibt es in Castrop-Rauxel

mlzLadestellen für E-Autos

In Castrop-Rauxel gibt es lediglich sechs Ladesäulen für E-Autos – das sind nicht genug. Die gute Nachricht: bei manchen Stationen ist das aufladen kostenlos. Das kann sich aber bald ändern.

Castrop-Rauxel

, 07.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Blick auf die Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur kann E-Auto-Fahrer ziemlich traurig machen. Eine Ladesäule ist verzeichnet – nur eine. Das kann zum Problem werden.

Kaum Saft für E-Autos - So wenig Ladestationen gibt es in Castrop-Rauxel

Auf der Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur sind Ladestationen in ganz Deutschland verzeichnet. Ganz vollständig ist die Karte allerdings nicht. © Bundesnetzagentur

Aber wer etwas weiter sucht, kann aufatmen. Auf der Seite goingelectric.de werden Freunde der E-Mobilität fündig. Sechs Säulen sind verzeichnet – das lässt aufatmen. Besonders schön: einige der Stationen sind sogar kostenlos.

Hier gibt es kostenlosen Strom für E-Autos in Castrop-Rauxel

So auch die Station am Marktplatz in Castrop-Rauxel. Hier ist das Parken wie auch das Laden kostenlos.

Die Stadtwerke haben im Sommer 2017 signalisiert, das Angebot für mindestens zwei Jahre aufrecht zu halten. Laut Geschäftsführer Jens Langensiepen gilt diese Zusage aktuell noch. Aber die Station bleibt nicht kostenlos. Derzeit gebe es Überlegungen, eine Bezahlfunktion einzuführen. Wann das passieren soll, steht noch nicht fest.

Weitere Ladesäulen in Castrop-Rauxel sind in Planung

Ganz neu ist eine Ladesäule auf dem Ickerner Marktplatz. Auch dort ist Laden und Parken derzeit umsonst. Aber auch hier soll es künftig eine Bezahlfunktion geben. Weitere Ladestationen seien laut Langensiepen in Planung. Konkreter wird der Geschäftsführer in diesem Punkt aber nicht.

Außerdem bietet die Zahnarztpraxis Günther an der Pallasstraße eine Ladestation für E-Autos an. Patienten können sogar kostenlos Strom tanken, alle anderen müssen eine Unkostenpauschale zahlen.

Lademöglichkeiten müssen ausgebaut werden

Das alles klingt schon ganz gut. Aber es könnte noch besser sein. Das meint auch EUV-Vize Thorsten Werth-von Kampen. Der EUV selbst hat sechs Elektro-Autos im Betrieb, auch Werth-von Kampen fährt privat zumindest halb Elektro.

Er meint, für die normale Nutzung eines privaten Haushaltes reiche der Elektroantrieb aus. Allerdings müssten die Lademöglichkeiten ausgebaut werden. Besonders für Menschen, die eben kein Eigenheim haben, an dem sie eine eigene Ladestation installieren können. „Für Leute, die in Mietwohnungen leben, muss ein alternatives Angebot geschaffen werden.“

Kaum Saft für E-Autos - So wenig Ladestationen gibt es in Castrop-Rauxel

Elektroautos laden beim Fahren selbstständig wieder auf. Wer clever fährt, der spart. © Victoria Maiwald

Laut Werth-von Kampen müssten in Deutschland mindestens 55.000 zusätzliche Ladestationen installiert werden, um Elektromobilität garantieren zu können.

Geeignete Standorte für Ladesäulen sind identifiziert

Wo Ladesäulen fehlen, darüber hat sich der EUV auch Gedanken gemacht. Die Klimaschutz-Koordinatorin Karin Graf teilt mir, dass der Stadtbetrieb gerade das Elektromobilitätskonzept fertig stellt. „Das wird bald auf der Homepage zu sehen sein.“

Dabei hat der EUV in Zusammenarbeit mit den Bürgern geeignete Standorte für Ladesäulen identifiziert. Das allerdings heißt nicht, dass dort auch Ladesäulen installiert werden. Das Konzept ist eher als eine Empfehlung zu sehen. Beispielsweise die Stadtwerke können sich danach richten.

Elektroautos sind gut für Umwelt und Geldbeutel

Das Konzept wird auch eine Gegenüberstellung enthalten. So können Elektro-Interessierte sehen, dass E-Autos nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel sein können.

Tobias Schulze ist für den Fuhrpark der EUV zuständig und weiß, dass der Wartungsaufwand für Elektroautos sehr gering ist. „Außerdem haben Elektroautos weniger Verschleiß, das rechnet sich ziemlich schnell. Der etwas höhere Anschaffungspreis eines E-Autos wird relativ schnell durch die geringen laufenden Kosten ausgeglichen.“

Außerdem, erklärt Schulze, laden die E-Autos beim Fahren wieder auf. „Sobald man den Fuß vom Pedal nimmt und beispielsweise bergab fährt, lädt der Akku durch die entstehende Energie wieder auf.“ Wer clever fährt, der spart.

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