Sammler verzweifelt: Motorrad-Raritäten fürs Finanzamt zwangsversteigert

mlzBargeld-Prozess

Ein Leben lang sammelte ein Ehepaar aus Castrop-Rauxel seltene Motorräder. Jetzt wurde ein Großteil davon zwangsversteigert, um damit Schulden beim Finanzamt zu begleichen.

Castrop-Rauxel

, 04.11.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das tut jedem Sammler weh: Ein Ehepaar aus Castrop-Rauxel ist gezwungen worden, einen Teil seiner Motorrad-Sammlung zu versteigern – fürs Finanzamt. Ganz unschuldig sind die Eheleute allerdings nicht, wie sie vor Gericht jetzt selbst einräumen.

Sie hatten Geschenke erhalten, über die sich jeder freuen würde. Laut Anklage rund 1,3 Millionen Euro Bargeld, dazu mehrere Mietshäuser. Das Geld kam von der Mutter der Angeklagten. Sie hatte alles ihrer Tochter übergeben. Versteuert wurde die Schenkung allerdings nicht. Dafür „investierten“ die Beschenkten kräftig.

Erlös weiter unter Wert

Und so kam es, wie es kommen musste: Als das Finanzamt von der Sache erfuhr, forderte die Behörde massiv Steuern nach. Und so kamen nun auch einige der liebgewonnenen Motorräder unter den Hammer.

Was dem 58-jährigen Castrop-Rauxeler offenbar immer noch schwer zu schaffen macht. Auf rund 330.000 Euro beziffert er selbst den Wert der zwangsversteigerten Maschinen. Tatsächlich erlöst wurden allerdings nur knapp 150.000 Euro.

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Als die Zahlen im Prozess am Bochumer Landgericht am Montag (2.11.) noch einmal erörtert wurden, hielt er sich sekundenlang die Hände vors Gesicht. Allein für eines seiner Motorräder waren ihm nach eigenen Angaben schon mal 75.000 Euro geboten worden.

Den Streit mit den Steuerbehörden hat das Ehepaar beigelegt. Es akzeptierte alle Forderungen.

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