Sarah Weinreich schützte Politesse vor tretendem Mann

Preis für Zivilcourage

Die 26-jährige Sarah Weinreich ist Freitagabend von Innenminister Ralf Jäger mit dem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden. Die junge Frau hatte am 12. Januar 2011 auf dem Real-Parkplatz eine bereits verletzte Politesse vor einem tretenden Mann geschützt.

CASTROP-RAUXEL

von Von Abi Schlehenkamp

, 03.03.2012, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sarah Weinreich arbeitet als Verkäuferin im Spielwarengeschäft Schnettelker in der Altstadt.

Sarah Weinreich arbeitet als Verkäuferin im Spielwarengeschäft Schnettelker in der Altstadt.

 Für Sarah Weinreich eine Selbstverständlichkeit. „Ich möchte doch auch, dass mir geholfen wird, wenn ich vielleicht in einer ähnlichen Notsituation bin“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Ist sie stolz auf die Auszeichnung? „Ja“, antwortet Sarah Weinreich. Das sei schon eine tolle Sache. „Es zeigt, dass es sich lohnt, anderen zu helfen und Schlimmeres zu verhindern.“  Sie weiß noch genau, was sich abspielte an jenem Tag, als sie mit ihrer Oma am Auto auf dem Parkplatz am Real stand. Sie hat aus einer kurzen Entfernung Geschrei mitbekommen – sah, wie der mittlerweile zu einem Jahr auf Bewährung wegen Körperverletzung verurteilte Mann die Politesse im offensichtlichen Streit mit dem Kopf stieß, diese zu Boden ging und der Mann zum Tritt ausholte.

„Ich habe mich einfach dazwischengestellt“, berichtet die 26-Jährige und fügt lächelnd hinzu: „Ich bin ja nicht so zierlich wie die Politesse.“ Offenbar habe das Wirkung bei dem Mann gezeigt, den sie flüchtig vom Sehen aus Habinghorst kenne, weil sie dort häufig mit ihrer Oma einkaufe.  Hat sie keine Angst vor dem kräftigen und großen Mann gehabt? „Nein“, sagt Sarah Weinreich. „Ich glaube nicht, ich hatte so viel Adrenalin in mir.“ Sie ist einfach stehen geblieben. Bis die Polizei kam, von der Politesse mit ihrem gebrochenem Nasenbein selbst informiert.

Gewundert habe sie sich, dass es ausschließlich Frauen waren, die sich sofort gekümmert hätten, eine ältere und eine jüngere mit einem Baby hätten laut geschrien.  Mit der Politesse, die inzwischen ihren Dienst wieder wie gewohnt verrichtet, wird sie essen gehen, erzählt Weinreich. Wenn auch die Sache mit dem Schmerzensgeld geklärt sei. 

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