Schlauch-Fallen für Eichenprozessionsspinner sind bisher eher ein Flop

mlzRaupenbefall

Neue Fallen für den Eichenprozessionsspinner sind offenbar nicht so gut, wie sie sein sollen. Sie fangen die Raupen zwar, aber es gibt ein anderes Problem mit ihnen in Castrop-Rauxel.

Castrop-Rauxel

, 18.06.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stadtgrün-Chef Klaus Breuer hat am Dienstagabend im Umweltausschuss eine neue Einschätzung zum Eichenprozessionsspinner in Castrop-Rauxel abgegeben. Tenor: Man bekämpfe eine mögliche neue Plage mit drei verschiedenen Mitteln, aber offenbar sei das Problem in diesem Jahr nicht so groß wie im vergangenen.

Breuer sagte wörtlich: „Es gibt eine Tendenz dieses Jahr: Die Individuenanzahl wird geringer, die Nester werden kleiner.“ Die Entwicklung sei noch nicht durcherforscht, darum müsse man mit dieser Einschätzung vorsichtig sein, aber: „Der Höhepunkt scheint überschritten.“

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In der Tat: Beschwerden und Hinweise von Bürgern gibt es zwar in diesem Jahr auch, aber 2019 waren Probleme wie Juckreiz, Atemschwierigkeiten und brennende Haut in Castrop-Rauxel größer. Das könnte daran liegen, dass alle mehr mit Corona beschäftigt sind, aber vielleicht auch an einem größeren Maßnahmenpaket.

Dreifach-Kampf: Spritzen, Absammeln, Fangen

Denn die Dreifach-Bekämpfung der Stadt Castrop-Rauxel gab es im vergangenen Jahr weder in dieser Tiefe noch so früh: Die Stadt spritzt die neuralgischen Stellen schon vorweg. Dann saugt sie mit Fachfirmen schnell größere Nester ab. Und sie setzt die neuartigen Fangringe ein.

Die sind aber nicht unproblematisch, wie Klaus Breuer sagt: „Wir haben 20 Fangringe gekauft und angebracht. Nun versuchen wir, deren Wirkung zu evaluieren.“ Der Schlauch dichte den Stamm in einer Höhe von 2,50 bis 3,50 Meter ab. So können die Raupen nicht herüberklettern. Angebracht sei auch eine Art Jutesack, der Lockstoffe verströmt. Der schwarze Beutel werde heiß. Breuer: „Die Tiere sterben schnell und schmerzfrei.“ Der Schlauch ist schlicht eine elastische Barriere.

„Der Beifang ist leider viel höher“

Aber: „Der bisherige Fang ist enttäuschend, der Beifang ist leider viel höher“, so Breuer: Man finde Asseln, Spinnen und andere Nützlinge im Beutel. Ein Problem. „Wir haben nichts gegen Insekten allgemein, sondern versuchen, an Hotspots den Befall zu brechen.“ Vielleicht entwickele sich das System technisch noch weiter. „Es war eben eine charmante Idee, ohne Chemie zu kämpfen. Wir verfolgen das Experiment auch weiter und stehen in Kontakt mit anderen Städten.“

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An anderen Stellen kommt Chemie zum Einsatz: So würden der Schulhof der Realschule oder der Wilhelmschule, wo Eiche an Eiche steht, zudem mit einem Neem-Produkt eingesprüht, eine Art Fraßgift.

Einfach warten, dass die Plage von selbst verschwindet, könne man nicht: „An der Wilhelmschule, auf den Friedhöfen – da kann es ja auch zu Atemproblemen kommen“, sagt Klaus Breuer. Es gebe auch Stellen im Stadtgebiet, wo man nicht aktiv werde – zum Beispiel am Golfplatz oder in einem Waldgebiet in Bladenhorst.

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