Schon vier Schüler aus 1953 gefunden

Nach Zeitzeugen-Suche

CASTROP-RAUXEL Erste Zeitzeugen der Oradour-Initiative haben sich bereits am Freitag zusammengefunden. Bei einem "Mini-Klassentreffen" am Waldschul-Denkmal erinnern sich die über 70-Jährigen an ihren mutigen Schulleiter.

von Von Michael Fritsch

, 23.10.2009, 18:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die vier Zeitzeugen am Waldschul-Denkmal.

Die vier Zeitzeugen am Waldschul-Denkmal.

Anlass des Treffens war - wie am Donnerstag berichtet - eine Anfrage der im Elsass lebenden deutschen Historikerin Andrea Erkenbrecher, die für ihre  Doktorarbeit frühe Zeugnisse für Versöhnungsgesten zwischen Deutschland und Frankreich sucht.     Dass Wagner bereits 1953 das Massaker von Oradour im Geschichtsunterricht thematisierte und dann noch eine konkrete Initiative anstieß, darf als absolute Ausnahme gelten.

Denn auch weit jüngere Schülergenerationen können sich gut daran erinnern, die Zeit des Nationalsozialismus niemals im Geschichtsunterricht gehabt zu haben. Zu frisch noch waren die Erinnerungen bis in die 60er Jahre hinein. Darüber hinaus waren auch zahlreiche Lehrer in das NS-System verstrickt gewesen, so dass eine ehrliche Auseinandersetzung über die NS-Schuld kaum möglich war. „Ich weiß noch, dass ich Schrott gesammelt und den Erlös gespendet habe“, erzählt Schuchardt. Was aus der Initiative wurde, haben die Männer, heute alle Anfang 70, bis gestern nicht gewusst. 

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