Schüler auf Safari am Rieperberg

Waldjugendspiele in Dorf Rauxel

DORF RAUXEL Pädagogisch wertvoll waren die Waldjugendspielen am Rieperberg. Kinder von sechs Grundschulen und Förderschulen stellten sich den Aufgaben von Forstwirtschaftsmeister Oliver Szodruch.

von von Christoph Witte

, 02.10.2009, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer zielt am besten mit Fichten- und Kiefernzapfen?

Wer zielt am besten mit Fichten- und Kiefernzapfen?

Wenig später beschreibt er ihnen den Unterschied zwischen Höhlen- und Halbhöhlenbrütern, zwischen Flach-, Herz- und Pfahlwurzeln. Blondschopf Patrick (9) weiß, wozu Bäume Wurzeln brauchen: „Damit nehmen die Wasser und Nahrung auf und halten sich fest.“ Nur bei den runden Zapfen muss er passen. Von der Tanne sind die nämlich nicht, wie Patrick vermutet. „Deren Zapfen zerfallen, bevor sie runterfallen“, erklärt Oliver Szodruch. „Das hier sind Kieferzapfen.“ Szodruch und sein Kollege Wilfried Schmidt haben die Kinder bestens im Griff, wissen durch das Timbre ihrer Stimme Aufmerksamkeit zu heischen. „Was ist das für ein Tier?“, fragt Schmidt sonor-brummend in die Runde und zeigt ein ausgestopftes Kaninchen. Oder ist es doch ein Hase? Nur Hatice stimmt für das Kaninchen und hat Recht. „Ein Hase hat ja längere Löffel-Ohren“, sagt Wilfried Schmidt. „Das sind bei dem Karnickel doch höchstens Teelöffel.“

„Gibt es hier auch Schlangen und Bären“, möchte ein Schüler wissen. „Höchstens Himbeeren“, foppt Oliver Szodruch. Wildtiere laufen den Kindern bei diesem Mistwetter nicht über den Weg. Dafür aber Dinosaurier. Wenn auch nur die Miniaturvariante aus dem Überraschungsei. Oliver Szodruch hat die Tierchen versteckt, genauso wie einen Broccoli, Wäscheklammern, Bananenschalen und eine Batterie. „Die Kinder sollen mit offenen Augen durch den Wald gehen und mir nachher sagen, was hier nicht hingehört“, erläutert der Forstwirt die nächste Aufgabe. „Ich habe Pilze gesehen“, ruft ein Junge ganz aufgeregt. „Die gehören aber hierhin, die wachsen hier“, klärt Lehrerin Hiltrud Jänen auf.

Viele der Schülerinnen und Schüler haben keinen Wald vor der Haustür. Das merkt man. Entsprechend unterschiedlich ist das Vorwissen. Wo sich aber alle sicher sind, ist, dass Müll, offenes Feuer, Rauchen und laute Musik im Wald nichts verloren haben. An der vorletzten Station treffen sie nämlich auf so einen Umweltfrevel. Die Waldjugendspiele waren einmal mehr pädagogisch wertvoll. Und was die Schüler gelernt haben, ist keinesfalls 08/15. Oder wussten Sie, dass der Grünspecht der einzige Specht ist, der Ameisen frisst, und dass der Stein- vom Baummarder an seiner weißen Brust zu unterscheiden ist? 

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