Schüler zeigen "Gesicht" gegen Gewalt

Fotoaktion in Castrop-Rauxel

CASTROP-RAUXEL "Gewalt ist primitiv und dumm!" So steht es auf den Anstecknadeln, die das Team Jugendarbeit gestern auf dem Schulhof des Adalbert-Stifter-Gymnasiums verteilte. So oder ähnlich formulierten die Schülerinnen und Schüler auch ihre Beweggründe, sich für die Aktion des Teams Jugendarbeit "Wir zeigen Gesicht und sagen nein zu Gewalt" fotografieren ließen.

von von Gabi Regener

, 26.10.2009, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Attila Ibuk, 19, und Huni Sen, 19

Attila Ibuk, 19, und Huni Sen, 19

"Ich habe Gewalt zum Glück selbst noch nicht erfahren", sagt der 19-jährige Attila Ibuk. Dummen Blicken habe er sich aber schon häufiger ausgesetzt gefühlt. "Ich habe mich jetzt fotografieren lassen, weil ich meine, dass es nicht reicht, zu reden. Ich will zeigen, dass ich gegen Gewalt bin." Huni Sen, ebenfalls 19, lässt sich gemeinsam mit dem Schulkollegen ablichten und ergänzt: "Wir sind ja schon erwachsen, haben die Diskussionen gegen Gewalt geführt und wissen um die Hintergründe. Deshalb finde ich es wichtig, Position zu beziehen und für die jüngeren Schülern ein Zeichen zu setzten."

Der 13-jährige Marius Domjahn und sein Freund Tom Winkelmann postieren sich in der großen Pause ebenfalls vor der Fotowand, lassen sich von Chris Richter, Praktikant beim Team Jugendarbeit, ablichten. "Ich lehne Gewalt ab", betont Marius. Und fügt hinzu, dass es ihn nerve, wenn Partys zu einem "Mega-Gekloppe" ausarteten. Der gleichaltrige Tom verabscheut Gewalt ebenfalls, gesteht seine Sorge, sich hilflos zu fühlen in einer prekären Situation.

"Die Fotoaktion spricht sich in diesem Jahr nicht ausschließlich gegen rechte Gewalt aus, sondern lehnt Gewalt als solche ab", erklärt Doris Spangenberg vom Team Jugendarbeit, den Hintergrund der groß angelegten Aktion, bei der sie mit dem Praktikanten Chris und Johanna Metz, die im Jugendamt ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, in dieser Woche etliche Schulhöfe aufsucht, um über die Ziele der Aktion zu informieren und möglichst viele Köpfe für die Plakatwände zu fotografieren. Denn diese großen Plakate, die am Lambertusplatz und am Ickerner Knoten platziert werden, setzen, wie in den vier Jahren zuvor auch, ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt.

Als "Belohnung" fürs Foto gibt´s eine CD mit dem Titel "Nazis aus dem Takt bringen", von jungen Musikern, die mit ihrer Punk-Musik eine Gegendemonstration gegen die CD-Aktion der NPD machen. Außerdem klärt Andi im gleichnamigen Heft, herausgegeben vom Innenministerium, in Comic-Manier über rechte Gewalt auf, mit Stickern und Aufklebern kann schließlich der Wunsch nach Gewaltfreiheit dokumentiert werden.

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