Der Angeklagte und seine Verteidiger beim Prozessauftakt im März. © Werner von Braunschweig (Archiv)
Staatsanwalschaft legt Revision ein

Schülerin vergewaltigt? Kampfsporttrainer muss um Freispruch bangen

Der Freispruch für einen Castrop-Rauxeler Kampfsporttrainer nach Vergewaltigungsvorwürfen einer Ex-Schülerin ist nicht das letzte Wort. Die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt.

Nach dem umstrittenen Freispruch im Prozess um mutmaßliche Vergewaltigungen einer Kampfsport-Schülerin vor 27 Jahren will die Staatsanwaltschaft den Angeklagten aus Castrop-Rauxel nicht straflos davonkommen lassen.

Der Freispruch für den Kampfsporttrainer (59) wurde von der Staatsanwaltschaft fristgemäß mit der Revision angegriffen. Die Akten gehen nun zum Bundesgerichtshof (BGH) nach Karlsruhe.

Während Staatsanwalt Dr. Karsten Hake zumindest zwei von drei Vergewaltigungsvorwürfen als sicher nachgewiesen angesehen und für den Taekwondo-Trainer vier Jahre Haft gefordert hatte, war den Richtern am Bochumer Landgericht die Beweislage insgesamt zu dünn für eine Verurteilung gewesen.

44-Jährige: Vergewaltigung in den 1990er-Jahren

Die heute 44-jährige Belastungszeugin hatte vor fünf Jahren Strafanzeige erstattet und behauptet, in den 1990er-Jahren dreimal von ihrem damaligen Kampfsporttrainer aus Castrop-Rauxel vergewaltigt worden zu sein. Zwei Übergriffe sollen sich in der Umkleide eines Kampfsportvereins in Bochum-Langendreer ereignet haben. Eine weitere in der Ex-Wohnung des Angeklagten in Dortmund-Barop.

Im Prozess hatte die Zeugin die Vorwürfe wiederholt, der Angeklagte bis zuletzt geschwiegen. Mit einer Entscheidung beim BGH ist frühestens Mitte 2021 zu rechnen. Sollte der BGH den Freispruch aufheben, müsste neu verhandelt werden.

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