Der ABSV-Vorsitzende Udo Beckmann beim Startschuss zum Schützenfest 2019. Derzeit wissen die Schützen nicht, ob 2021 ein Fest steigen soll. © Christian Püls
Schützenfest

Schützenfest in 2021? „Bei nur 500 Leuten im Zelt brauchen wir nicht einladen“

Ob 2021 ein Schützenfest steigen kann, ist ungewiss. Dennoch müssen die Henrichenburger Grünröcke zunächst mit den Planungen fortfahren. Fällt 2021 ins Wasser, wird erst 2023 wieder gefeiert.

Der Rückblick auf das Jahr 2020 fällt beim Allgemeinen Bürger-Schützenverein (ABSV) Henrichenburg ernüchternd aus. „Es gibt nichts zu berichten“, schreibt der 1. Vorsitzende Udo Beckmann in seinem Weihnachtsbrief an seinen Schützenverein. Dies hänge damit zusammen, dass im Laufe des Jahres alle ABSV-Veranstaltungen abgesagt werden mussten.

Angesichts der Corona-Problematik kaum verwunderlich. Großveranstaltungen sind in Nordrhein-Westfalen seit März weitestgehend untersagt. Und die aktuellen Corona-Infektionszahlen geben keinerlei Hinweis darauf, dass sich das bald ändern könnte. Was das kommende Jahr angehe, „so schweben wir im luftleeren Raum“, sagt Beckmann im Gespräch mit dieser Redaktion.

Nach dem Jubiläumsschützenfest 2019 – der ABSV feierte sein 50. Jahr nach der Wiedergründung – passierte nicht mehr viel. Das Kaiserpaar Hubert und Ines Hennemann, das zweite Kaiserpaar der jüngeren Vereinsgeschichte, kam 2019 zu einem einzigen Ausmarsch. Dieser führte zum Jubiläumsfest der Erntegemeinschaft Rieselfelder Waltrop. Und das ist schon wieder über ein Jahr her. Seitdem ruht das Schützenleben. Und wie es in 2021 weitergeht, ist unklar.

„Wir werden uns im Januar im Vorstand besprechen“, sagt Beckmann. „Dann wollen wir entscheiden, ob wir im März unsere Generalversammlung abhalten können. Und ob wir mit den Planungen für das Schützenfest 2021 weitermachen.“ Dazu gebe es im Vorstand unterschiedliche Meinungen.

Beim Schützenfest in Henrichenburg ist normalerweise der komplette Stadtteil auf den Beinen. Feiern unter Auflagen wäre also schwierig.
Beim Schützenfest in Henrichenburg ist normalerweise der komplette Stadtteil auf den Beinen. Feiern unter Auflagen wäre also schwierig. © Christian Püls © Christian Püls

Bis März müssten alle Verträge unterzeichnet sein, falls man im Sommer feiern wolle. Die Kontrakte mit Zeltwirt und Band sind bereits seit 2019 unterzeichnet. Jetzt geht es darum, ob der ABSV weitere finanzielle Verpflichtungen eingeht.

„Es gibt ja drei denkbare Szenarien“, erklärt Beckmann. „Erstens, im Juni sind alle wieder gesund und die Landesregierung gibt grünes Licht für alle Schützenfeste. Daran glaube ich aber nicht. Zweitens, Großveranstaltungen werden über den Juli hinaus verboten. Dann kämen wir aus allen Verträgen raus. Und drittens, das wäre für uns das Worst-Case-Szenario, das Schützenfest wird unter strengen Auflagen erlaubt. Wenn beispielsweise nur 500 Leute ins Zelt dürfen, dann brauchen wir nicht zum Schützenfest einladen. So viele sind wir schon selbst.“

Der ABSV hat knapp 400 Mitglieder und ist somit der größte Schützenverein in Castrop-Rauxel. Beckmann rechnet damit, dass das Verbot von Großveranstaltungen noch mal bis in den März hinein verlängert wird.

Auf alle anderen Entscheidungen von Bund oder Ländern müsse man eben reagieren.

Kaiser Hubert I. Hennemann wäre bereit, seine Amtszeit auf vier Jahre auszudehnen, falls das nächste Schützenfest erst 2023 steigt.
Kaiser Hubert I. Hennemann wäre bereit, seine Amtszeit auf vier Jahre auszudehnen, falls das nächste Schützenfest erst 2023 steigt. © Christian Püls © Christian Püls

Fest steht bislang nur: Gibt es 2021 kein Schützenfest, wird es auch 2022 keines geben. „Damit der Rhythmus nicht durcheinander gerät“, erläutert Beckmann. Mit den anderen Vereinen aus dem Umland von Waltrop – Henrichenburg stand einst unter Waltroper Verwaltung, weshalb sich die Schützen Richtung Norden orientieren – gibt es seit Jahren funktionierende Absprachen, damit nicht alle Feste im selben Jahr stattfinden.

Dann wäre das nächste Schützenfest in Henrichenburg 2023. Kaiser Hubert I. würde dann erst nach vier Jahren – statt nach zwei – abdanken. „Hubert macht auch zwei Jahre länger“, so Beckmann, „damit ist er einverstanden.“

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Redaktion und Sportredaktion Castrop-Rauxel

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