Schulstart: Dickes Lob und Riesen-Freude für Kinder und Lehrer

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Für die Viertklässler und die Grundschulen war der 7. Mai so ein bisschen wie der berühmt-berüchtigte Tag X. Das erste Mal seit zwei Monaten gab es wieder Schule vor Ort. Die Freude war riesig.

Castrop-Rauxel

, 07.05.2020, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Erleichterung scheint fast mit den Händen greifbar. Und auch Freude bricht sich Bahn. „Es hat alles super geklappt“, sagt Ute Lüdke, die Chefin der Marktschule in Ickern. Donnerstag, 7. Mai, war der Tag eins für die Viertklässler in den Grundschulen – nach einer langen Durststrecke seit Mitte März.

Es herrscht wieder mehr Betrieb an der Marktschule. Zu erkennen auch an den Rollern auf dem Schulhof.

Es herrscht wieder mehr Betrieb an der Marktschule. Zu erkennen auch an den Rollern auf dem Schulhof. © Schlehenkamp

So sah es Donnerstag zum Schulstart auf dem Schulhof an der Marktschule aus.

So sah es Donnerstag zum Schulstart auf dem Schulhof an der Marktschule aus. © Marktschule

„Wir waren alle ein bisschen aufgeregt, ob das Konzept und unsere Vorbereitungen aufgehen“, berichtet Ute Lüdke Donnerstag vor Ort. Sie sei sich ein bisschen vorgekommen wie eine Stewardess, als sie und ihre Kolleginnen die Kinder auf dem Schulhof dirigierten, damit der separierte Einzug klappte. „Die Kinder waren super diszipliniert und trotz der Masken konnten wir sehen, wie sehr sie sich gefreut haben, die anderen wiederzusehen“, sagt die Schulleiterin. Beim Einzug habe fast Ehrfurcht geherrscht.

So ist der Schulweg in der Marktschule markiert.

So ist der Schulweg in der Marktschule markiert. © Marktschule

Die Begeisterung der Kinder, wieder in der Schule sein zu dürfen, habe sich auch in den Gesprächen zum Start des Unterrichts niedergeschlagen. Dabei ging es auch noch mal um Verhaltensregeln, so etwas wie Abstände und Hygiene. Jeder Sitzplatz ist mit dem Namen des Kindes versehen. Und fast alle sind mit Maske gekommen.

Schule live vor Ort an einem oder zwei Wochentagen

Ute Lüdke, Schulleiterin der Marktschule, freut sich riesig, dass der erste Schultag für die Viertklässler so gut über die Bühne ging.

Ute Lüdke, Schulleiterin der Marktschule, freut sich riesig, dass der erste Schultag für die Viertklässler so gut über die Bühne ging. © Schlehenkamp

Ab Montag, 11. Mai, folgen dann im rollierenden System die anderen Klassen. „Wir haben mit der Entscheidung der Landesregierung zum weiteren Unterrichtsbetrieb gerechnet“, sagt Lüdke, die Donnerstag die Eltern wieder auf der Homepage der Schule informierte, wie es weitergehen soll. Wie also an der Marktschule, aber auch an den anderen Grundschulen mit Home-Schooling und Präsenzunterricht. Unterm Strich wird es an einem oder höchstens zwei Tagen in der Woche Schule live vor Ort geben. Die Notgruppen laufen gleichzeitig weiter. „Wenn aber auch noch die OGS dazu kommen soll, können wir das nicht mehr schultern“, sagt die Schulleiterin.

Und was sagen die Kinder? Viertklässlerin Bella, die im Sommer auf die Gesamtschule wechselt, sagt: „Es ist ein bisschen komisch, nach so langer Zeit wieder hier zu sein, aber es ist schon cool. Zu Hause war es echt langweilig, und die Lehrer wissen meist besser Bescheid als meine Eltern.“

Bella ist Viertklässlerin an der Marktschule in Ickern und war Donnerstag happy.

Bella ist Viertklässlerin an der Marktschule in Ickern und war Donnerstag happy. © Schlehenkamp

Lea sagt: Es ist super, wieder in der Schule zu sein.

Paul geht erst in die zweite Klasse, er wird in einer der Notgruppen betreut, mit denen sich die Lehrkräfte abwechseln. „Gut, es ist einfach gut, hier zu sein“, sagt er.

Lea (9) von der Grundschule Alter Garten in Henrichenburg sagt: „Es ist super, wieder in der Schule zu sein.“ Es sei schöner, mit anderen Kindern in die Schule zu gehen, als zu Hause zu lernen. Ihre kleine Schwester startet in ihrer i-Männchen-Klasse am 11. Mai.

Lea ist Viertklässlerin an der Grundschule Alter Garten und froh, auf ihre Schulkolleginnen und Kollegen zu treffen.

Lea ist Viertklässlerin an der Grundschule Alter Garten und froh, auf ihre Schulkolleginnen und Kollegen zu treffen. © Schlehenkamp

„Es reicht jetzt auch wirklich! Es ist Zeit, dass die Kinder wieder zur Schule gehen können“, sagt die stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende Artemis Permachou in Henrichenburg. Für viele Eltern sei es schwierig, das Home-Schooling mit dem Job zu verbinden und alles unter einen Hut zu kriegen. „Ich versuche, meinen Sohn so gut wie möglich zum Lernen zu motivieren, aber das klappt nicht immer so gut.“

Der Plan von Mittwoch war Donnerstag für die Tonne

Die kommissarische Schulleiterin Karin Gaudigs hat ebenfalls ein dickes Lob für die Schülerschaft und ihr Kollegium parat. Am Tag 1 habe alles gut geklappt. Sie verhehlt aber auch nicht, dass sie mit der Entscheidung der Landesregierung, bereits für den 11. Mai den Schulstart für alle Klassen in ihrer Schule zu verkündigen, nicht ganz so glücklich sei. „Eben ein Jahrgang pro Tag“, sagt sie.

Der Plan, den sie Mittwoch schrieb, war Donnerstag wieder Makulatur. „Wir müssen zusehen, dass wir das Beste daraus machen“, sagt sie.

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