Seniorin zahlt Erspartes, um Tochter aus dem Gefängnis freizukaufen

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Trickbetrüger lassen sich immer wieder neue Maschen einfallen, um ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Eine Castrop-Rauxelerin wurde jetzt Opfer und ihr erspartes Geld los.

von Inka Hermanski

Castrop-Rauxel

, 24.08.2020, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trickbetrüger haben es immer wieder auf ältere Menschen abgesehen, denen sie mit den vermeintlich wildesten Geschichten und unter den teilweise unglaublichsten Vorzeichen Geld aus der Tasche ziehen wollen. Schon fast legendär ist der Enkeltrick. Eine Castrop-Rauxelerin fiel jetzt aber auf einen noch viel böseren Trick herein.

Voller Sorge war diese Castrop-Rauxeler Seniorin, als ihr Telefon am Freitag, 21.8., gegen 11.30 Uhr klingelte. Am anderen Ende der Leitung erzählte man ihr nämlich, ihre Tochter habe einen Menschen überfahren. Um ihre Tochter nun aus dem Gefängnis freizukaufen, sollte die Seniorin rasch eine größere Summe Geld zahlen.

„Das ist die typische Masche. Trickbetrüger versuchen telefonisch Druck aufzubauen und Angst zu machen, sodass das Opfer nicht mehr klar denken kann“, sagt Ramona Hörst vom Polizeipräsidium Recklinghausen.

Polizei sucht Zeugen

Um 13.30 Uhr traf sich die Castrop-Rauxlerin am Freitag mit einer unbekannten Frau an der Karlstraße und übergab ihr eine größere Geldsumme und sogar noch Schmuck.

Die Frau, die das Geld und den Schmuck in Empfang nahm, sei etwa 35 Jahre alt gewesen, 1,60 Meter groß und von eher stabiler Statur. Sie habe die blonden Haare zu einem Dutt gebunden und ein helles Oberteil getragen und deutsch gesprochen.

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Die Polizei bittet nun Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich mit dem Kriminalkommissariat unter Tel. (0800) 2361 111 in Verbindung zu setzen.

So kann man sich vor Trickbetrügern schützen

Da solche Täter in der Regel Gewohnheitstäter sind, steht zu befürchten, dass die Trickbetrüger auch noch an anderen Stellen in der Europastadt bei älteren und gutgläubigen Menschen ihr Glück versuchen könnten.

Ein paar einfache Regeln helfen dabei, Trickbetrügern nicht auf den Leim zu gehen. Die Polizei gibt folgende Ratschläge:

  • Die Polizei bittet niemals um Geldbeträge oder fragt nach Wertgegenständen
  • Geben Sie (egal ob am Telefon oder an der Haustür) grundsätzlich keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis
  • Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen - legen Sie einfach auf
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel selbst bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus.
  • Wichtig: Sollte die Person an der Haustür geklingelt haben, lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
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Er gab vor Jacken zu verkaufen und ließ Schmuck mitgehen. Ein Betrüger hat eine Castrop-Rauxelerin überrumpelt und bestohlen. Die Polizei sucht mit einer Täterbeschreibung nach dem Mann.