Sexuelle Übergriffe eines Kindes: Jetzt soll ein Schutzkonzept aufgestellt werden

mlzKindertagesstätte

Die sexuellen Übergriffe eines Kindes haben in der Kita Heilige Schutzengel in Castrop-Rauxel in den vergangenen Wochen für viel Unruhe gesorgt. Die Einrichtung arbeitet an der Aufarbeitung.

Frohlinde

, 26.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Frohlinder Kindertagesstätte Heilige Schutzengel der Katholischen Kirche arbeitet weiter daran, die sexuellen Übergriffe eines Kindes auf andere Kinder aufzuarbeiten. Ein Infoabend für Eltern mit einer psychologischen Expertin war erst der Anfang.

Seit einigen Monaten schon soll das Problem bekannt sein: Ein Kindergartenkind vergreift sich an einem anderen Kindergartenkind in einer nicht mehr zu tolerierenden Art und Weise sexuell: mindestens zwei dieser Fälle, einer schon Ende August, der andere Anfang November, hat es in dem Kindergarten gegeben.

Eltern-Vollversammlung und Infoabend

Nach Bekanntwerden des zweiten Übergriffes und Intervention von Eltern intensivierte der Kindergarten seine Aktivitäten, um dieses Thema aufzuarbeiten und zumindest in der Elternschaft so transparent wie möglich zu machen.

Anfang Dezember gab es bereits eine Vollversammlung für Eltern. Mitte Dezember dann gab es einen Abend zum Thema Sexualpädagogik im Kindergarten. Dabei referierte die Psychologin Kathrin Dewender über die Psychosexuelle Entwicklung von Kindern.

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Dieser Abend war gut besucht und dauerte länger, als viele Eltern es erwartet hatten - weil das Thema komplex ist und das Interesse der Eltern groß war.

Jetzt ist der Kindergarten in einer zweiwöchigen Weihnachtspause, aber schon im Januar soll es im Präventionsprogramm weiter gehen: An einem Abend Mitte Januar gibt es einen weiteren Elternabend mit der ärztlichen Beratungsstelle Datteln zum Thema Prävention.

Auch das Erzieherinnen-Team bildet sich Anfang des Jahres in diesem Kontext unter Anleitung einer Psychologin fort.

Und bis Ende Januar soll ein Konzept für ein Beschwerdemanagement innerhalb der Einrichtung stehen.

Konzept soll transparent gemacht werden

Weitere konzeptionelle Arbeit stehe dann an, um einrichtungsspezifisch ein institutionelles Schutzkonzept aufzustellen, so ist es aus der Kita zu hören. Das soll bis Ende März fertig sein und transparent für die Elternschaft beschreiben, wie in der Einrichtung sexualpädagogisch gearbeitet wird. Auch das soll den Eltern zumindest über den Elternrat vorgestellt werden, wenn es fertig ist.

Die Einrichtung in Frohlinde selbst wird dabei unterstützt durch den Träger. Der ist nicht mehr die katholische Kirchengemeinde St. Lambertus / Pastoralverbund Süd in Castrop-Rauxel, sondern seit etwa einem Jahr eine große Gesellschaft katholischer Kindergärten in Dortmund.

Die pädagogische Regionalleiterin Lisa Mork schrieb jetzt zusammen mit Kindergartenleiterin Agathe Swoboda in einem Brief an die Eltern: „Wir hoffen alle, dass diese vielfältigen Schritte und Pläne einen lösungsorientierten Blick in die Zukunft ermöglichen.“

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