So haben Maden und Geruch bei Hitze keine Chance in der Biotonne

mlzTipps zum Biomüll

Wenn es heiß wird im Sommer, kann die Biotonne zu einem Ort der üblen Gerüche und kriechenden Maden werden. Antworten auf die wichtigsten Fragen und Tipps hat der EUV-Stadtbetrieb.

Castrop-Rauxel

, 11.07.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man kennt das Problem. Kaum wird es wärmer, entwickeln sich in der Biotonne schlechte Gerüche, Maden bevölkern den Bioabfall, Fliegen schwirren um den Deckel. Was kann man tun, wenn die unerwünschten Insekten da sind? Das beantworten EUV-Vorstand Michel Werner und Christian Keitmann, Leiter des EUV-Betriebshofes. Sie verweisen auch auf die bundesweite Aufklärungskampagne Biotonne Deutschland. Eine ihrer Ziele: weniger Fremdstoffe und zugleich mehr verwertbare Bioabfälle in die braune Tonne.

? Was sollte man prinzipiell bei der Entsorgung von Bioabfall beachten?

„Sommerliche Temperaturen erfordern einen besonders sorgfältigen Umgang mit der Biotonne“, sagt Michael Werner. Der Behälter sollte möglichst nicht in der prallen Sonne stehen und nicht mit zu feuchten Abfällen gefüllt werden. Christian Keitmann rät, den Deckel der Tonne stets geschlossen zu lassen. Zeitungspapier auf dem Boden der Tonne entzieht die Feuchtigkeit, verhindert so Gerüche und ermöglicht zugleich eine problemlose Leerung des Behälters. Insbesondere Speisereste, so Keitmann, sollten in Zeitungspapier eingewickelt werden. Auch das beuge einer möglichen Madenentwicklung vor.

? Dürfen die kompostierbaren Kunststofftüten in den Biomüll?

Kunststofftüten, auch nicht die, die als kompostierbar erklärt werden, dürfen nicht in den Biomüll. Sie sind nicht geeignet, da es mitunter bei der Kompostierbarkeit Probleme gibt, da sich Biokunststoffe sehr langsam und nur unter speziellen Bedingungen zersetzen. Die Verrottungsdauer der Kunststofftüten ist zu lang.

Bioabfall-Sammelbeutel aus kompostierbarem Kunststoff kann außerdem nicht jede Kompostierungsanlage verarbeiten. In solchen Anlagen müssen dann wie herkömmliche Plastiktüten aussortiert werden und verursachen erhebliche Probleme und Kosten. Bleiben Reste übrig, mindern sie die Qualität des Kompostes.

? Was sollte man mit Rasenschnitt tun?

Besonders Rasenschnitt neigt aufgrund seiner Konsistenz dazu, zusammenzukleben. Deshalb rät Christian Keitmann, ihn nach dem Mähen am besten erst antrocknen zu lassen oder aber den Rasenschnitt erst kurz vor dem Abfuhrtag in die Biotonne zu geben.

? Der Deckel ist eine Schwachstelle der Biotonne. Kann man vorbeugend etwas tun, dass Fliegen oder Maden abhält?

Essigwasser, also eine Mischung aus Essigessenz und Wasser, kann Maden vertreiben. Außerdem sollte man den Deckel nicht offen stehen lassen.

? Und wenn es bereits passiert ist...

Hier gilt das Gleiche. Essigwasser hilft. „Wichtig ist auch, die Biotonne bei Bedarf zu reinigen und sie danach trocknen zu lassen“, so ein weiterer Tipp des EUV-Betriebshofleiters.

? Was sollte keinesfalls in den Bioabfall?

Plastiktüten und Kaffeekapseln sind die größten Störfaktoren im Biomüll, so Michael Werner: „Dieser Plastikmüll erschwert und verteuert den Prozess der Kompostgewinnung.“ Zudem vermindere das sogenannte Mikroplastik die Qualität des Kompostes. Eine einfache und umweltfreundliche Lösung für die Entsorgung von Küchenabfällen sieht Werner in Papiertüten oder alten Zeitungen. Diese verrotten vollständig und beeinträchtigen den Kompostierungsprozess nicht. In die Biotonne gehören übrigens keine tierischen Produkte wie Fleisch oder Wurst.

? Was gibt es sonst noch zu beachten?

Werden die Bioabfälle in der Tonne gepresst, kann sie gegebenenfalls nicht vollständig geleert werden. Deshalb sollten zur Lockerung des Inhaltes einfach Zweige, Pappe oder zerknülltes Zeitungspapier genutzt werden.

? Wie viel Bioabfall wird in Castrop-Rauxel jährlich aus den Biotonnen geleert?

Im Stadtgebiet entsorgt der EUV Stadtbetrieb rund 6800 Tonnen Bioabfälle im Jahr über die braunen Biotonnen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt