55 Soldaten arbeiten im Kreis Recklinghausen inzwischen mit: Sie helfen, Kontaktketten von Corona-Infizierten zu ergründen und abzutelefonieren. © picture alliance/dpa
Coronavirus

So kämpft das Gesundheitsamt im Kreis Recklinghausen weiter gegen Corona

Das Gesundheitsamt im Kreis Recklinghausen kämpft: Auch wenn die Infektionszahlen davon rennen, so geben die Mitarbeiter nicht auf. Ihr Ziel: Infektionsketten brechen. Ihr Mittel bleibt dasselbe.

Die Infektionszahlen verdoppeln sich: Wenn man die vergangenen drei Wochenenden betrachtet, dann erkennt man eine Verdopplung der Neuinfektions-Zahlen. Etwas über 100 waren es in Summe (Samstag und Montag gemeldet) vor zwei Wochen. Vergangene Woche waren es rund 200 neue Coronafälle im Kreis Recklinghausen. Und diese Woche waren es fast 400.

Ist das diese exponentielle Steigerung, von der alle sprechen? Ja. Und wie reagiert nun das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen darauf? Kann es die Kontakte noch nachvollziehen, alle Positiv-Fälle instruieren und sogar die Kontaktpersonen informieren?

Auch am Wochenende sei ein Team im Einsatz, erklärt Lena Heimers, Sprecherin des Kreises Recklinghausen, auf Anfrage unserer Redaktion. „Im Moment arbeiten sie auch weit über zehn Stunden am Tag, arbeiten auf Hochtouren“, so Heimers.

Wenn Positiv-Fälle vom Labor kommen, hat höchste Priorität, die Getesteten direkt zu informieren. Man spreche im Telefonat dann über das weitere Vorgehen. „Wir fordern dann eine Liste der Kontakte an“, so Heimers. Die Betroffenen arbeiteten dabei mit: „Es geht dabei, wie lange, ob auf engem Raum und ohne Mundschutz Kontakt bestand.“ Die Getesteten werden dabei gebeten, die Kontakte zusammenzustellen.

Städteteams arbeiten unter der Woche weiter

Nach dem Wochenende gehen all diese Fälle dann an die sogenannten Städteteams. Denn das Kontaktnachverfolgungs-Team ist unter der Woche auf die Städte aufgeteilt. „Die Mitarbeiter bearbeiten die Fälle dann weiter“, so Heimers. Angeleiert sei damit das Verfahren schon einmal vom Wochenende.

„Soweit es im Moment noch möglich ist“, sagt Heimers, informiere man noch Kontaktpersonen 1. Grades über den Positivtest einer Person, zu der sie engen Kontakt hatten. „Noch. Wenn jemand in einem Pflegeheim untergebracht ist, ist die Priorität für uns höher. Wie lange die Kontaktliste dabei zurück reicht, ist immer eine Einzelfrage. Es geht darum, ob Krankheitssymptome aufgetreten sind und wenn ja, wann?“

Man versuche weiterhin, alle Leute möglichst zeitnah zu erreichen, so Heimers: „Kontaktpersonen 1. Grades bekommen ja aber auch stets eine Ordnungsverfügung zugestellt. Die ist manchmal früher da als der Anruf von uns. Die werden zum Teil von den Städten persönlich zugestellt.“

Oberstes Ziel: Kette durchbrechen

Das oberste Ziel bleibe, die Infektionskette zu durchbrechen. Heimers empfiehlt: Es ist auch sinnvoll, bei einem Positivtest selbst Leute zu informieren, die man getroffen hat. Natürlich, sofort! Das ist ganz wichtig. Die Leute haben viele individuelle Fragen, die beantworten wir dann. Gut ist auch, die App zu nutzen und eine eigene Positivmeldung dort selbst einzugeben.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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