So lief die Verhandlung im Tierheim-Streit

Vor dem Amtsgericht

Es war eine weitere Etappe im Tierheim-Streit, der Castrop-Rauxel seit Wochen beschäftigt: Am Montag befasste sich das Amtsgericht mit den Personalquerelen. Die Frage: Hat die langjährige Tierheims-Vorsitzende Roswitha Heise Nils Bettinger, der sie ablösen will, zu Recht die Aufnahme in den Verein verweigert?

CASTROP-RAUXEL

, 30.03.2015, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nils Bettinger (l.) bereitet sich auf dem Flur des Castrop-Rauxeler Amtsgerichts mit seinem Anwalt Guido C. Bischof auf die mündliche Verhandlung gegen Tierheim-Chefin Roswitha Heise vor.

Nils Bettinger (l.) bereitet sich auf dem Flur des Castrop-Rauxeler Amtsgerichts mit seinem Anwalt Guido C. Bischof auf die mündliche Verhandlung gegen Tierheim-Chefin Roswitha Heise vor.

Nach der Verhandlung ist vor der Verhandlung. Im Streit um den künftigen Kurs und die Leitung des Tierheims hat es in der öffentlichen Verhandlung im Amtsgericht am Montag keine gütliche Einigung gegeben. Der aktuelle Sachstand: drei Wochen Bedenkzeit für die Zivilrichterin und nach wie vor verhärtete Fronten.

Hintergrund des Streits: Die langjährige Vorsitzende des Tierheims, Roswitha Heise, hatte sich geweigert, Nils Bettinger - wie auch etliche weitere Personen - vor der für den 6. März anberaumten Jahreshauptversammlung als Mitglied in den Tierschutzverein aufzunehmen. Dagegen hatte Bettinger eine einstweilige Verfügung erwirkt.

Wohl weil ihr Widerspruch nicht mehr rechtzeitig verhandelt werden würde, ließ Heise die Jahreshauptversammlung platzen. Dennoch kamen rund 100 Personen zusammen, die Bettinger zum Vorsitzenden des „Teams Tierschutz“ wählten. „Er kann doch einen eigenen Verein aufmachen“, warf der Anwalt der Beklagten Heise ein. „Eben nicht“, so die Entgegnung der Gegenseite. Als Begründung wurde die Monopolstellung des hiesigen Tierschutzvereins angeführt. Die sich durch die Tatsache begründe, dass das Tierheim „eine überragende Machtstellung habe“, durch finanzielle städtische Unterstützung und die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen etwa.

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Obwohl Nils Bettinger mit seiner Klage für das Gericht einen Einzelfall darstellt – „Mir sind keine weiteren Anträge bekannt“, so die Richterin – wurde die Entscheidung von Dutzenden interessierter Zuschauer mit Spannung erwartet, wie der bis auf den letzten Platz besetzte Saal II im Amtsgericht verriet.

Abweisung wohl kein Einzelfall

„Mein Mann will seit über einem halben Jahr Mitglied werden, wird aber immer wieder abgewiesen“, so eine Zuschauerin.  „Meiner Mutter geht es ebenso“, warf eine weitere Besucherin ein. Und das, obwohl sich die Mutter bereits lange ehrenamtlich engagiere, etwa an Tagen der offenen Tür im Tierheim. Reaktionen am Rande, die zeigen, dass der Fall Bettinger keineswegs ein Einzelfall ist. Und dass die Entscheidung in spätestens drei Wochen mit Spannung erwartet wird.

Auf eine Jahreshauptversammlung muss dagegen vermutlich länger gewartet werden. „Die Versammlung am 6. März wurde aufgehoben und es wird sobald auch keine stattfinden“, so der Anwalt der amtierenden Vorsitzenden Heise. Dazu gewähre die Rechtslage noch das gesamte Kalenderjahr Zeit, also neun Monate.

Unterlassungsklage gegen Bettinger?

Dagegen wurde durch eine Randbemerkung publik, dass noch ein weiteres Treffen im Gericht ansteht. Mit vertauschten Rollen. „Ist mir neu“, sagte Nils Bettinger. Und spekuliert auf eine Unterlassungsklage. „Es mag sein, dass man mir eine Äußerung auf meiner Homepage ankreiden will. Doch da habe ich mich stets sehr moderat geäußert“, meinte er. Und will zunächst abwarten, wie die Richterin im Falle der einstweiligen Verfügung entscheidet.

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