So schützen Sie sich vor dem Novovirus

Viele Infizierte in Castrop-Rauxel

Übelkeit und Erbrechen – nicht gerade das, was man sich in der Vorweihnachtszeit wünscht. Aber der Norovirus hat Castrop-Rauxel im Dezember fest im Griff. Wir haben mit Ärzten über den Virus gesprochen, dessen Symptome schlagartig auftreten – und ebenso schlagartig wieder verschwinden.

CASTROP-RAUXEL

, 23.12.2016, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wichtiges Mittel beim Kampf gegen den Norovirus: Hände desinfizieren.

Wichtiges Mittel beim Kampf gegen den Norovirus: Hände desinfizieren.

Der Norovirus ist abklingend, sagt Michael Greef, Sprecher des Castrop-Rauxeler Ärztevereins. Aber: „Allein in meiner Praxis waren in den vergangenen vier Wochen 150 Patienten.“ Im St.-Rochus-Hospital hat es laut Chefarzt Dr. Christian Szymanski seit Mitte November bis zu 15 Patienten pro Woche gegeben, die mit schweren Symptomen in die Innere Abteilung eingeliefert worden sind.

„Ein Patient kommt dann zu uns, wenn er so massives Erbrechen oder so massiven Durchfall hat, dass er keinerlei Flüssigkeit aufnehmen kann“, sagt Szymanski. „Und auch vier meiner Kollegen in der Inneren Abteilung haben sich mit dem Norovirus angesteckt. Sie durften erst 48 Stunden nach Ausbleiben der Symptome – als sie definitiv nicht mehr ansteckend waren – wieder arbeiten.“

Hohe Ansteckungsgefahr in Büros und Schulen

Auffällig: Viele Patienten, die ins St.-Rochus-Hospital kamen, seien „sehr junge Leute“ zwischen 20 und 30 Jahren gewesen. Auch im Evangelischen Krankenhaus, so Sprecherin Andrea Wocher, sind viele Patienten behandelt worden, die sich mit dem Norovirus infiziert hatten: seit Anfang des Monats 40 an der Zahl. Elf davon seien unter 30 gewesen. „Aber es gibt einen deutlichen Rückgang“, sagt Wocher. „Es scheint, dass die Viren sich verabschieden.“

Weihnachten, erklärt Szymanski, komme jetzt sehr gelegen – weil die meisten Erwachsenen da nicht im Büro sind, die Kinder nicht in der Schule oder im Kindergarten. „Denn dort ist die Ansteckungsgefahr sehr groß.“ Mindestens ein städtischer Kindergarten ist wegen des Norovirus geschlossen geworden.

Alle Fälle werden dem Gesundheitsamt gemeldet

„Das Familienzentrum Mikado war zwei Tage zu und leider musste auch der Adventsbasar der Einrichtung wegen des Norovirus ausfallen“, sagt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann. Ob weitere städtische Kindergärten wegen des Virus zu hatten, konnte sie am Freitag nicht sagen.

Die Krankenhäuser stehen in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt im Kreis Recklinghausen. Alle Norovirus-Fälle werden dem Amt gemeldet, sagt Szymanski, „und wenn sich der Virus in einem Krankenhaus auszubreiten droht, werden auch die Verdachtsfälle gemeldet. Dann geht es vor allem darum, effektive Schutzmaßnahmen zu treffen.“ Szymanskis Rat an Betroffene: „Wenn möglich eine Toilette nutzen, die kein anderer nutzt – und konsequent desinfizieren.“

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