Buckelpiste Altstadt? SPD will Rollatoren- und Kinderwagenstrecke für Castrop-Rauxel

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Die Castroper Innenstadt ist eine Buckelpiste: Das sagen seit Jahren Bürger, die mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen unterwegs sind. Nun gibt es vielleicht Aussicht auf Besserung.

Castrop-Rauxel

, 03.03.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Behindertengerechtes Fahren mit dem Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen durch die Castroper Innenstadt ist ein Problem. Das ist unumstritten. Schon oft gab es Beschwerden älterer Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen sind.

Es geht dabei nicht um den wunderbar glatt gepflasterten Marktplatz, der weitgehend als Parkplatz genutzt wird, sondern um Teile der Fußgängerzone, in denen Kanten von Pflastersteinen zum Teil zu hoch seien. Nun kam das Thema im Stadtrat (27.2.) neu auf.

Christa Dreifeld (SPD / Seniorenbeirat) erläuterte das Problem und den damit verbundenen Antrag: „Das Pflaster sorgt stellenweise für Gefahr und Verletzungen“, sagte sie. „In anderen Städten gibt es gesonderte Strecken mit glattem Pflaster. Wir muten unseren alten Herrschaften da zu viel zu.“

So lautet der SPD-Antrag

Zur Abstimmung stand ein SPD-Antrag, in dem die Verwaltung aufgefordert wird, ein Konzept für behindertengerechte Flächen und Wege in der Innenstadt zu erstellen.

Der Antrag stieß grundsätzlich auf Zustimmung, wobei Nils Bettinger (FDP) und andere Fraktionen ihn gern erweitert sähen: „Wir unterstützen das Konzept, aber es geht uns nicht weit genug. Wir sollten das nicht nur in der Innenstadt überprüfen, sondern als Prüfauftrag fürs gesamte Stadtgebiet formulieren.“

Bettina Lenort: „Ich sehe gute Chancen“

Stadtbaurätin Bettina Lenort sagte: „Ich sehe gute Chancen, dass wir das zügig betrachten und es in unser Nahmobilitätskonzept aufnehmen. Darin enthalten ist ein Fußverkehrs-Check in der Altstadt, der noch vor der Sommerpause stattfindet.

Ich finde, wir sollten das dann auf Barrierefreiheit ausweiten und auch das Thema Sehbehinderungen einbeziehen“, so Lenort. Es fehlten eben auch taktile Elemente, also Gehwegplatten, die über kleine Buckel und Rillen sehbehinderten Personen die Orientierung an Straßenüberwegen erleichtern.

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Sie schränkte aber auch ein wenig ein: „Wo immer wir einen solchen barrierefreien Weg hinlegen, es wäre immer etwas im Weg, zum Beispiel der Wochenmarkt. Darum sollten wir das Ganze grundsätzlich betrachten.“

In der Abstimmung war man sich am Ende einig: Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zu erstellen, dass das Befahren und Begehen unserer Stadt barrierefrei möglich macht. Im Projekt zur Erstellung eines Nahmobilitätskonzeptes, so Lenort, stünden noch zwei Radtouren und zwei Spaziergänge aus. „Da sollten wir nun nicht nur in Bezug aufs Rad genau hinschauen, sondern auch in Bezug auf Fußgänger.“

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