Spiel, Spaß, Spannung, Führungen, Rundfahrten, Musik: Hier lohnt sich der Tag des Denkmals

mlzSonntag, 8. September

Acht Denkmale in Castrop-Rauxel öffnen Sonntag, 8. September, ihre Türen. Wir erklären, was sich lohnt, wo man was erleben kann, wo es Führungen, Musik, Unterhaltung und was für Kinder gibt.

Castrop-Rauxel

, 05.09.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Immer am zweiten Sonntag im September öffnen in ganz Europa denkmalgeschützte Bauten ihre Türen. Anlass ist der Tag des offenen Denkmals, an dem sich auch die VHS Castrop-Rauxel wieder beteiligt.

Gleich mehrere Veranstaltungen und Orte, die Castrop-Rauxeler Denkmale zeigen und erklären, stehen Interessierten kostenlos am Sonntag, 8. September, zur Verfügung.

Die Idee hinter dem Denkmaltags 2019

Das Thema des diesjährigen Denkmaltages steht im Zeichen des 100jährigen Jubiläums des Bauhauses: „Modern(e) Umbrüche in Kunst und Architektur“. Mit dem Motto will man den Blick richten auf alle revolutionären Ideen oder technischen Fortschritte über die Jahrhunderte zu richten und darauf, wie diese neue Kunst- und Baustile herbeiführten.

Und somit ein Zeitzeugnis der gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Gegebenheiten darstellen. Unabhängig von Denkmalgattung, Zeit und Ort – Umbrüche sind überall zu finden.

Spiel, Spaß, Spannung, Führungen, Rundfahrten, Musik: Hier lohnt sich der Tag des Denkmals

Wer an den Stadtteil Bladenhorst denkt, dem fällt zuerst das Schloss mit gleichem Namen am Westring ein. © Jens Lukas

Führung auf Schloss Bladenhorst

Bereits zum zehnten Mal öffnet Schloss Bladenhorst, Westring 346, am „Tag des offenen Denkmals‘ seine Pforten. Stadtarchivar Thomas Jasper wird die wechselvolle Geschichte des Renaissance-Wasserschlosses aus dem 16. Jahrhundert bei einer Führung erläutern.

So erhalten die Besucher unter anderem Antwort auf die Fragen: „Wer lebte auf diesem Wasserschloss? Und wie lebte man dort?“ Treffpunkt ist um 10 Uhr am Torhaus Schloss Bladenhorst.

Turmfest steigt am Hammerkopfturm

Erstmalig wird am Tag des offenen Denkmals um und im Hammerkopfturm an der Bodelschwingher Straße 3 ein Turmfest veranstaltet. Der Bürgerverein „Wir auf Schwerin“, der „Förderturmverein Castrop-Rauxel“, der Verein „Kultur und Heimat Castrop-Rauxel“ und die VHS werden von 11 bis 18 Uhr ein vielfältiges Programm am Hammerkopf präsentieren.

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Neben Führungen auf dem Hammerkopfturm zu jeder halben Stunde werden sich die Vereine mit Infoständen vorstellen. Auch an Spielangebote für Kinder sowie Essen und Getränke für die Besucher wurde gedacht. Höhepunkt wird um 16 Uhr der Auftritt von Janina Becker & Band aus Münster sein. Die Gruppe wird ein Konzert geben und das Turmfest ausklingen lassen.

Besonderes Schmankerl am Rande: Es wird ein Bausatz des Hammerkopfturmes im Maßstab 1:87 angeboten.

Spiel, Spaß, Spannung, Führungen, Rundfahrten, Musik: Hier lohnt sich der Tag des Denkmals

Die Kirche St. Antonius in Ickern war die erste Parabel-Kirche, die in Deutschgland erbaut wurde. © Jens Lukas

Mehr erfahren über St. Antonius

Mit der St.-Antonius-Kirche besitzt Castrop-Rauxel einen Bau, der im zeitgleich mit dem Bauhaus bedeutenden Stil des Expressionismus errichtet wurde. Als früheste Parabelkirche Deutschlands wurde sie gebaut mit den neuen Materialien der modernen Industriearchitektur: Stahl, Beton und industrieresistente Ziegel.

Von Ulrike Mühle erfahren Besucher mehr über diesen eindrucksvollen Bau. Die Gruppe trifft sich ab 11.30 Uhr an der St. Antonius Kirche, Kirchstraße 109.

Der Entwurf eines Stararchitekten

Auch das Forum Stadtmittelpunkt, Europaplatz 1, ist Ort einer Führung, die von 14.30 bis 15.30 Uhr das Gebäude-Ensemble umfassend erläutert.

Zwischen 1971-75 und 1976-84 nach einem Entwurf von dem dänischen Architekten Arne Jacobsen errichtet, umfasst das Forum Stadtmittelpunkt das Rathaus mit dem vorgelagerten Ratssaal, die Europahalle, die Stadthalle und ein dazwischen gelegenes Restaurant.

Hinzu kommt die große Platzfläche zwischen den Gebäuden und das darunter gelegene Parkdeck. Das Bild der raumgreifenden Anlage wird durch die an Pylonen hängenden Dächer von Ratssaal, Europa- und Stadthalle bestimmt. Treffpunkt ist auf dem Forumsplatz vor dem Ratssaal.

Ein Rundgang durch Alt-Castrop

Am Nachmittag von 16 bis 17.30 Uhr steht ein historischer Stadtrundgang der VHS durch Alt-Castrop an. Die Spuren aus der Geschichte reichen zurück bis ins 9. Jahrhundert. Doch wurde der älteste Stadtteil vor allem durch die Zeit der Industrialisierung und den Wandel danach geprägt.

Eine besondere Anziehungskraft haben die Wohn- und Geschäftshäuser im malerischen Historismus und im Jugendstil auf dem Marktplatz mit dem Reiterdenkmal Reizvoll ist auch der Landschaftspark der ehemaligen Zeche Erin oder das Kulturzentrum Parkbad Süd im Stadtgarten. Startpunkt ist das Bürgerhaus, Leonhardstraße 4.

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Das Haus Henrichenburg ist aus Material der niedergelegten benachbarten Henrichenburg erbaut worden. © Heier

Das Haus Henrichenburg erkunden

Auch das Haus Henrichenburg an der Freiheitstraße 49 ist beim Tag des offenen Denkmals dabei. Der alte Gutshof der Familie Heier stammt aus dem Jahr 1787 und wurde erbaut aus der niedergelegten benachbarten Henrichenburg. Um 2000 wurde er in Teilen von Architekt Lückmann saniert.

Angesagt ist moderne Architektur in historischen Mauern. Führungen gibt es um 12, 14, 16 und 18 Uhr, das Thema lautet: Durch Garten, Haus, Keller und Geschichte. Das Heimatmuseum im Gewölbekeller zeigt eine Sammlung rund um das Ruhrgebiet.

Für Kinder gibt es ein Quiz und sie können das Hühnergehege besichtigen. Kontakt: E-Mail magnus.heier@t-online.de

Volles Programm am Hebewerk

Ein vielfältiges Programm bietet das Schiffshebewerk Henrichenburg an. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt dazu von 10 bis 18 Uhr in sein Industriemuseum ein. Der Eintritt ist frei, die Museumsangebote sind kostenlos.

Zwischen 10 und 17 Uhr können Besucher an kurzen Kanalrundfahrten mit zwei historischen Schiffen des LWL-Industriemuseums teilnehmen: dem Dampfschiff „Nixe“ und der Dieselbarkasse „Riesenbeck“.

Für das erwachsene Publikum startet um 14.30 Uhr eine Führung zum Thema U-Boote. Claudius Kalka bietet mit seinem Schiff „Henrichenburg“ um 12.30 Uhr, um 13.30 Uhr, um 14.30 Uhr und um 15.30 Uhr Rundfahrten an. Dieses Angebot kostet 7 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder.

Für das kulinarische Wohl sorgen das Team von Birgit Langers Gastrobus und das von der Diakonie betriebene Café „Hafenklang“.

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Auf der Zeche Zollern gibt es am 8. September gleich ein komplettes Stadtteilfest. © Martin Holtappels

Stadtteilfest auf der Zeche Zollern

Die Zeche Zollern ist als sogenanntes Schloss der Arbeit eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der industriellen Vergangenheit. Besonders sehenswert ist die Maschinenhalle mit ihrem Jugendstilportal. Am Tag des Denkmals gibt es Programm von 10 bis 18 Uhr.

Am Stadtteilfest in Kooperation mit der Interessensgemeinschaft Bövinghausen beteiligen sich verschiedene Vereine und Institutionen aus der Umgebung. Sie bieten Infostände, Mitmachaktionen und ein buntes Bühnenprogramm in der Maschinenhalle.

Außerdem präsentiert sich der WDR mit seinem Virtual Reality-Truck. Ausgerüstet mit Spezialbrillen können Besucher erleben, wie es ist, mit einem Förderkorb in die Tiefe zu fahren oder mit einer Spitzhacke Kohle aus dem Flöz zu holen. Wind, Vibration und Wärme verstärken die Illusion.

Führungen über die Tagesanlagen, zur Maschinenhalle und durch die aktuelle Sonderausstellung „Alles nur geklaut?“ ergänzen das Festprogramm. Die historische Grubenbahn dreht mit Fahrgästen ihre Runden über das Gelände.

In der Kinderwerkstatt können Kinder ab 11 Uhr kreativ sein und unter Anleitung basteln. Um 15 Uhr und um 16.30 Uhr setzt die Blues-Rock-Band Watsonia Drv musikalische Akzente im Magazin.

Der Denkmal-Tag

  • Vom Europarat 1991 als „European Heritage Days“ ausgerufen griff dieser die Idee des 1984 von Jack Lang in Frankreich gegründeten „Journées Portes ouvertes monuments historiques“ auf und läuft seit 1993 unter dem Titel „Tag des offenen Denkmals“.
  • Anhand von Denkmälern und kulturellen Objekten, die erhalten werden, ist es möglich, ein breites öffentliches Bewusstsein für Denkmalschutz und Denkmalpflege und für die Bedeutung baukulturellen Erbes zu entwickeln.
  • Passend zu 100 Jahre Bauhaus steht der Tag des Denkmals in diesem Jahr unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ und richtet den Blick auf die revolutionären Ideen und technischen Fortschritte der Jahrhunderte, die neue Kunst- und Baustile herbeiführten.
  • Weitere Informationen zum Denkmaltag gibt es hier.
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