Spott und Häme im Netz: Armin Laschets missglückter Wahlkampfauftritt

mlzWahlkampf in Castrop-Rauxel

Das Netz lacht über Armin Laschets Wahlkampfauftritt in Castrop-Rauxel. Der gut gemeinte Termin im Deininghauser Wald ist nach hinten losgegangen.

Castrop-Rauxel

, 09.08.2020, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Netz lacht über Armin Laschet und die CDU. Nach einem Wahlkampfauftritt in Castrop-Rauxel macht sich ein Shitstorm auf in Richtung Ministerpräsident und CDU. Bei der Veranstaltung wurden die Oberbürgermeister-Kandidaten der Ruhrgebiets-CDU präsentiert. Auf das Gender-Sternchen kann getrost verzichtet werden, denn keine einzige Frau war unter den Kandidaten.

Lisa Kapteinat, SPD-Landtagsabgeordnete für Castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln, macht sich auf Twitter über die fehlende Parität in der CDU lustig.

Liebe @CDUNRW_de, wo sind eure Frauen verloren gegangen? Wie habt ihr #Corona erledigt oder warum gelten für euch keine 1,5 m Abstand? Insbesondere nachdem @ArminLaschet direkt aus einem überfüllten Flüchtlingslager in Griechenland kommt? #wievielefrauen

-Lisa Kapteinat (Twitter)

Keine Masken, kein Abstand

Nicht nur ihr ist aufgefallen, dass bei diesem Termin niemand Abstand hält und Masken trägt. Zwar fand die Veranstaltung unter freiem Himmel statt, aber auch auf Facebook stören sich viele unserer Leser an dem laschen Umgang mit dem Hygiene-Konzept. "Wo sind die Masken???", kommentiert ein User auf Facebook.

 Auch über das vor allem symbolische Bäumepflanzen wird im Netz gelästert.

Auch über das vor allem symbolische Bäumepflanzen wird im Netz gelästert. © Nora Varga

Ein weiterer schreibt in seinem Kommentar: "Kein Abstand und keine Masken. Ihr seid doch sowas wie Vorbilder." Ein anderer Nutzer zeigt sich verärgert über die in seinen Augen scheinheilige PR-Aktion, die nicht zu den Handlungen des Ministerpräsidenten zu passen scheint: "Ist natürlich irgendwie auch lauschiger als so ein Trip ins Flüchtlingslager. Ansonsten muss man Herrn Laschet leider sagen: Zwei Bäume im Wahlkampf machen sein Versagen beim Hambacher Forst und bei der Vertreibung von Menschen im Zuge des ,Kohlekompromisses‘ nicht vergessen.“

Laschet: „Natürlich brauchen wir mehr Frauen“

Bei unserem Besuch der Veranstaltung haben wir Armin Laschet übrigens selbst gefragt, warum keine Frauen da sind. "Man kann es natürlich nicht so leicht aufteilen, aber natürlich brauchen wir mehr Frauen", erklärte uns der Ministerpräsident. Kandidaten würden aus den Parteien einer Stadt wachsen. Ein nebenstehender CDU-Kandidat führt als Beispiel für eine Oberbürgermeisterin die Kölnerin Henriette Reker an. Dass die Frau eine parteilose Oberbürgermeisterin ist, spielt scheinbar keine Rolle.

Die frühere Piraten-Geschäftsführerin Marina Weisband ersetzt in einer Bild-Montage auf Twitter die Gesichter der anderen Kandidaten durch das von Armin Laschet. Ihre humoristische Spitze findet im Netz große Unterstützung. Über 1300 Gefällt-Mir Angaben hat ihr Post (Stand 9.8.) gesammelt.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt