Stadt sieht Hauptaufgabe in Emscherumbau

Bis 2020

Die Stadt soll nah ans Wasser rücken. Mit dem Umbau der stinkenden Emscher zu einem blauen Fluss sieht Martin Oldengott darin bis 2020 die Hauptaufgabe der Stadtentwicklung. Jetzt müssen Konzepte her. Und Geld.

ICKERN

von Von Peter Wulle

, 14.11.2012, 17:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Emscher-Umbau
Für rund 4,4 Milliarden Euro soll sich die Emscher als die "längste Kloake Europas" in eine Auenlandschaft verwandeln.
Seit 1992 läuft der Umbau des Emschersystems. So wurden in einem 1. Schritt zunächst die drei Kläranlagen in Dortmund-Deusen, Bottrop und Dinslaken errichtet oder erweitert.
Im 2. Schritt werden insgesamt 400 Kilometer Abwasserkanal fertiggestellt, vor allem am Oberlauf der Emscher in Dortmund und an den Nebenläufen.
Der 3. Schritt umfasst die naturnahe Umgestaltung der Nebenläufe (wie Deininghauser Bach oder Dellwiger Bach) und Emscher an sich.

 Vor zehn Jahren hatte er dem Gremium unter dem Schlagwort "Sprung über die Emscher" erstmals seine Visionen für den Stadtnorden vorgestellt. Jetzt wird es konkret. "In wenigen Jahren", so Oldengott, "werden wir von der blauen Emscher sprechen."Vom Ausschuss ließ er sich daher beauftragen, ein Stadtentwicklungskonzept zu erarbeiten und "Förderkulissen" aufzuzeigen. Ob für eine Radwegebrücke im Wasserkreuz Henrichenburg oder für Siedlungsprojekte wie das "Wohnen an der Emscher" nördlich der Heerstraße will Oldengott nach Fördertöpfen suchen.Als einzige stimmte Anne Krüger von der FDP gegen Oldengotts Stadtumbauprojekt. "Haben wir in der Verwaltung überhaupt noch die personellen Kapazitäten für solche Planungen?", fragte sie skeptisch. Im Einklang mit Bürgermeister Johannes Beisenherz antwortete Oldengott: "Es ist richtig, wir gehen im Rathaus auf dem Zahnfleisch. Aber wir haben den Auftrag, die Chance, die sich mit dem Emscherumbau ergibt, zu nutzen. Diese Chance ergibt sich nur einmal in 100 Jahren."

Mit einigen am Computer erstellten Bildern versuchte Oldengott die Politiker für die schöne Emscher-Zukunft zu begeistern. Eine herrlich grüne Auenlandschaft links und rechts der mäandrierenden Emscher in Pöppinghausen weckte dabei fast Urlaubsgefühle.  "Die Perspektive 2020 für den Norden der Stadt ist reizvoll", sprach SPD-Chef Rajko Kravanja für die Mehrheit im Ausschuss. Und dank des genehmigten Haushaltssanierungs-Plans könne die Stadt nun auch ihre finanziellen Eigenanteile darstellen und wieder Fördermittel annehmen. Nur damit lässt sich der Emscher-Raum, in dem 13.760 Menschen wohnen, gestalten.   

Der Emscher-Umbau
Für rund 4,4 Milliarden Euro soll sich die Emscher als die "längste Kloake Europas" in eine Auenlandschaft verwandeln.
Seit 1992 läuft der Umbau des Emschersystems. So wurden in einem 1. Schritt zunächst die drei Kläranlagen in Dortmund-Deusen, Bottrop und Dinslaken errichtet oder erweitert.
Im 2. Schritt werden insgesamt 400 Kilometer Abwasserkanal fertiggestellt, vor allem am Oberlauf der Emscher in Dortmund und an den Nebenläufen.
Der 3. Schritt umfasst die naturnahe Umgestaltung der Nebenläufe (wie Deininghauser Bach oder Dellwiger Bach) und Emscher an sich.

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