Stadt soll wieder Geld für benachteiligte Kinder in die Hand nehmen

mlzOGS

Ein Antrag der FWI in der Politik ist einstimmig beschlossen worden: Es geht um die besondere Förderung benachteiligter Kinder in der Castrop-Rauxeler OGS. Wie teuer das wird, ist noch unklar.

Castrop-Rauxel

, 22.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass ein Antrag der FWI einstimmig beschlossen wird, ist nicht gerade an der Tagesordnung im politischen Geschäft in Castrop-Rauxel. Möglicherweise ist das allerdings auch einem besonderen Klima im Sozialausschuss geschuldet. Und dem Bemühen, um gemeinsame Lösungen zu ringen, wenn es sich um ein Thema handelt, das alle um das Kindswohl bemühte Fraktionen umtreibt und sich vor Ort entscheiden und anpacken lässt.

Es geht um benachteiligte Kinder in der OGS

Der Freien Wählerinitiative ging es Donnerstagabend (18. Juni) bei der Sitzung im Dieze um benachteiligte Kinder in der OGS. Christel Sperz verdeutlichte: „Über 36 Prozent leben bei uns an der Armutsgrenze, besitzen daheim weder PC noch Drucker. Wir brauchen nicht nur in der Corona-Krise, sondern auch in Normalzeiten ein Konzept für die individuelle Förderung von OGS-Kindern in den Grundschulen.“

Das regelt sogar das Schulgesetz in NRW. Darin steht expressis verbis: „Grundlegendes Prinzip ist die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes.“

Freiwillige Mittel fielen dem Rotstift beim Stärkungspakt zum Opfer

Kinder kämen unverschuldet in Bedrängnis, wenn ihre Eltern ihnen nicht helfen könnten, erklärte Sperz. Bei Sozialdezernentin Regina Kleff rannte sie mit ihrem Antrag offene Türen ein.

„Bevor Castrop-Rauxel zur Stärkungspakt-Kommune wurde, gab es tatsächlich früher Mittel von der Stadt zur Förderung zusätzlich zu den OGS-Mitteln“, sagte sie. Das sei allerdings eine freiwillige Leistung gewesen und dem Rotstift zum Opfer gefallen. Dazu muss man wissen, dass dies jetzt auch schon wieder acht Jahre her ist.

Kleine Lerngruppen haben sich als probates Mittel erwiesen

Kleff verwies besonders auf kleine Lerngruppen, um die Kinder unterstützen zu können. „Das hat sich als gutes und probates Mittel erwiesen“, verdeutlichte sie. Die Frage sei, was das heute koste und wie man konzeptionell vorgehe.

Für die FDP fragte Anne Krüger nach, wie realistisch es denn sei, so etwas wieder hinzukriegen. Kleff: „Wir haben heute mehr Mittel für die Offene Ganztagsgrundschule, es gibt auch noch Mittel aus der sonderpädagogischen Förderung und der Inklusion.“ Damit müsste ein Paket zu schnüren sein.

Das soll jetzt in Bezug auf die Finanzierung und die Personalkosten erst einmal dargestellt werden. Dann entscheidet die Politik erneut. Auch im Stadtrat am 25. Juni (17 Uhr, Stadthalle, öffentlich nur nach Anmeldung) will Christel Sperz für den Vorstoß der FWI werben.

Lesen Sie jetzt