"Stadtmittelpunkt ist kein festgelegter Begriff"

CASTROP-RAUXEL Dem Misstrauen der CDU hält Bürgermeister Johannes Beisenherz (SPD) vehement sein Versprechen entgegen, dass es für die Moschee noch keinen konkreten Standort gebe.

von Von Peter Wulle

, 20.09.2007, 15:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Es soll ja gerade die Aufgabe des Beirats sein, der am 27. Oktober unter Beteiligung der CDU erstmals tagen wird, sich über einen geeigneten Standort Gedanken zu machen", so Beisenherz.

Wenn er in dem Einladungsschreiben zu dieser ersten Beiratssitzung davon gesprochen habe, dass die muslimischen DiTiB-Gemeinden beabsichtigten, eine "Moschee im Bereich des Stadtmittelpunktes" zu errichten (wir berichteten), so sei diese Begrifflichkeit nicht so eng auszulegen. "Gemeint ist - und das ist eigentlich allen klar - der Wunsch der Gemeinden, auf der Mitte zwischen Schwerin und Ickern eine gemeinsame Moschee zu bauen."

"Stadtmittelpunkt"

Hat der Bürgermeister dann den Begriff "Stadtmittelpunkt", der klar das Areal zwischen dem Hallenbad und dem Evangelischen Krankenhaus meint, nicht zumindest unglücklich benutzt? "Für mich", antwortet Johannes Beisenherz, "ist 'Stadtmittelpunkt' kein festgelegter Begriff."

Und auf die Frage, ob er sich denn auf dem maroden Ascheplatz neben dem Stadion eine Moschee vorstellen könne, erklärte er: "Für mich sind keine Standorte undenkbar. Ich möchte das Thema breit diskutieren. Die Frage ist, ob ein Standort einer rechtlichen Prüfung standhält und ob eine Moschee in das Umfeld passt."

Ausdrücklich lobt Beisenherz, dass die muslimischen Gemeinden den mit der Gründung des Beirates eingeschlagenen Weg einer breit angelegten Diskussion mitgehen. "Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sie sich öffnen wollen. Es ginge nämlich auch anders: Wenn die Gemeinden einen Bauantrag stellten, der den rechtlichen Vorgaben entspricht, dann hätten wir den zu genehmigen."

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