Stage School zeigt ihr erstes Stück

CASTROP Premiere und Uraufführung - die Dimension dieser Begriffe berührten die jungen Darsteller zwischen 15 und 18 kaum. Mit seiner "Stage School 1" brachte der Castroper Theaterpädagoge Jörg Weirauch sein Stück "In der Bar zum zerbrochenen Herzen" auf die Bühne der ASG-Aula.

von Von Martin Schreckenschläger

, 30.03.2009, 13:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stage School zeigt ihr erstes Stück

Szene aus dem Stück "In der Bar zum zerbrochenen Herzen".

Einander warten lassen, zur Eile antreiben - das Zeiterleben schlechthin war Weirauchs besondere Intention. Die Charaktere schrieb der Autor seinen Darstellern direkt auf den Leib. "Das erleichtert die Arbeit mit unerfahrenen Akteuren." Wenige sind schon seit Jahren dabei, andere standen zum ersten Mal auf der Bühne. Elemente des Avantgarde-Theaters reicherten die Szene einer Bahnhofskneipe an, die augenzwinkernden Verdächtigungen und Vorurteile im Schatten eines Mordfalles. Das Murmeltier schien seinen täglichen Gruß entbieten zu wollen, wenn sich der Tagesablauf der Wirtin (Sharleena Görlitz) zu wiederholen drohte, doch Berge von Schnapsleichen ließen die Reprise jäh enden.

Eine krasse Vielfalt der Erscheinungen verkörperten die Jugendlichen: Studentin (Linda Langer), Karrierefrau (Linda Stephan), Esoterik-Freak (Annika Pacyna), vom Chef gehetzte Büroangestellte (Marie Baumgart), Goth (Isabel Niewelt) und Rasta-Man (Felipe Martinez-Reina). Gewollte Langatmigkeit sorgte für Kinderfragen und leichte Irritation im Publikum. Situationskomik und Handgreiflichkeiten brachten jedoch zahlreiche Lacherfolge.

Besondere Professionalität zeigte Franziska Schulte als Punk, rettete beherzt aus einem Hänger. Für den Theaterpädagogen von "Stage Art 2002" ist diese junge Gruppierung Einstieg in eine ambitionierte Theaterausbildung. Drei seiner Schützlinge haben bereits als Profis den Sprung an deutsche Bühnen geschafft.

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