Ein unkomplizierter Sternsinger-Besuch wie hier im vergangenen Winter wird dieses Mal vermutlich nicht stattfinden können. © Tobias Weckenbrock (Archiv)
Alternative Pläne

Sternsinger in Corona-Zeiten: Kein Gesang in Häusern und Wohnungen

Sternsinger, die durch die Siedlungen ziehen und in den Hausfluren singen, wird es im Januar vermutlich nicht geben. Die Gemeinden in Castrop-Rauxel arbeiten deshalb an alternativen Plänen.

Die seit Anfang November andauernden Corona-Maßnahmen zeigen bislang noch nicht den gewünschten Erfolg. Das hat nun auch Auswirkungen auf die Heiligen drei Könige am 6. Januar. Auf den traditionellen Besuch der Sternsinger, die von Tür zu Tür ziehen, Lieder singen und den Segen verteilen, werden die Menschen dieses Mal verzichten müssen. In Castrop-Rauxel arbeiten die Gemeinden allerdings an Plänen, um dennoch eine Sternsinger-Aktion auf die Beine zu stellen.

„Vermutlich auf das Singen verzichten“

Von der Politik gab es an diesem Montag (7.12.) positive Nachrichten: „Aufgrund entsprechender Schutzkonzepte und unter Vorbehalt der Entwicklung des Infektionsgeschehens ist es zulässig, dass Sternsinger mit den von den Kirchen festgelegten Beschränkungen ihren Segen erteilen können“, teilte ein Sprecher der Staatskanzlei mit.

Der Plan der Landesregierung sieht vor, dass maximal fünf Personen in einer Gruppe laufen können. Sollten Autos eingesetzt werden, gilt im Fahrzeug Maskenpflicht. Singen ist nur im Freien erlaubt. Die Sternsinger dürfen keine Wohnungen oder Häuser betreten.

Pastor Winfried Grohsmann vom Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd.
Pastor Winfried Grohsmann vom Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd © Michael Fritsch © Michael Fritsch

Beim Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd wolle man daher grundsätzlich am Sternsinger-Rundgang festhalten. Allerdings in abgewandelter Form. „Wir möchten den Menschen natürlich gerne eine Segenspende durch die Sternsinger ermöglichen. Allerdings wird man auf das Singen verzichten müssen. Das ist angesichts der aktuellen Situation einfach nicht zu verantworten“, betont Winfried Grohsmann, Leiter des Pastoralverbundes.

An markanten Stellen den Segen spenden

Es gebe zwar derzeit noch keinen konkreten Plan, dennoch sei davon auszugehen, dass eine Sternsinger-Aktion stattfinden werde. „Es wird anders ablaufen, als man es bislang gewöhnt war. Die Hauptsache ist, dass man dabei möglichst auf einen persönlichen Kontakt verzichtet“, so Grohsmann.

Die Gemeinde Zu den Heiligen Schutzengeln in Frohlinde hat derweil eine etwas andere Aktion auf den Weg gebracht. „Wir werden an drei Stellen im Ort eine Segenspende anbieten. Dort können sich die Anwohner dann den Segen persönlich abholen. Einen Rundgang durch Frohlinde wird es nicht geben“, so Gemeindesprecher Friedbert Wefringhaus.

Die Segenstationen werden sich am Kirchplatz, am Frohlinder Bokenkreuz und auf der Freiwiese am Steinhof und Feldhof befinden. Dort kann sich laut Wefringhaus jeweils von 10 bis 11 Uhr der Segen abgeholt werden. „Außerdem wird der Segen am Bokenkreuz und auf der Freiwiese zusätzlich von 16 bis 17 Uhr und auf dem Kirchplatz von 18 bis 19 Uhr ausgegeben“, so Wefringhaus. Zusätzlich kann man sich den Segen auch nach Hause bestellen. Dann werde dieser allerdings kontaktlos vorbeigebracht. Einen direkten Sternsinger-Besuch gibt es nicht.

Möglicherweise auch noch Planänderungen

Die St. Lambertus Gemeinde in Henrichenburg hält indes noch an der geplanten Sternsinger-Aktion fest, erklärt Pfarrer Leonhard Backmann: „Der Plan der Landesregierung und der Bistümer sieht ja genaue Regelungen vor und in diesem Rahmen wollen wir die Aktion dann auch durchführen. Voraussetzung bleibt natürlich, dass sich bis dahin nicht noch irgendwelche Änderungen ergeben.“

Ein ähnliches Vorgehen strebt auch die St. Antonius-Gemeinde Ickern an. Dort hat man jedoch schon Überlegungen für den Fall angestellt, dass ein Von-Tür-zu-Tür-Ziehen nicht möglich sein sollte. „Wenn das nicht funktioniert, würden wir gerne in den einzelnen Stadtteilen an markanten Stelle Stationen aufbauen, dort Musik machen und den Segen spenden“, heißt es aus dem Pfarrbüro.

Welche Plätze das sein könnten und wie die Umsetzung im Detail aussehen würde, steht bisher noch nicht fest. Sicher ist aber: Bleibt es beim derzeitigen Infektionsgeschehen, wird der Besuch der heiligen drei Könige Anfang des Jahres deutlich anders aussehen als in der Vergangenheit.

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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