Streit um Tierheim-Vorsitz: Helfer sind enttäuscht

Chaos in Castrop-Rauxel

Unwürdiges Gerangel um den Vorsitz im Tierschutzverein: Viele der Helfer im Castrop-Rauxeler Tierheim sind enttäuscht. "Ich hoffe, dass das bald vorbei ist", so eine ehrenamtliche Mitarbeiterin. "Die streitenden Parteien sollten das Gezänk sein lassen", sagt eine andere. Denn eigentlich sollten ja die Tiere im Fokus stehen.

CASTROP-RAUXEL

, 10.03.2015, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ungeachtet des Streits um den Vorsitz im Tierschutzverein päppelt Ulla Bradaric das kleine Kätzchen Nick auf. "Die Tiere müssen im Mittelpunkt stehen", sagt die ehrenamtliche Helferin des Tierheims.

Ungeachtet des Streits um den Vorsitz im Tierschutzverein päppelt Ulla Bradaric das kleine Kätzchen Nick auf. "Die Tiere müssen im Mittelpunkt stehen", sagt die ehrenamtliche Helferin des Tierheims.

„Ich hoffe, dass das bald vorbei ist, und sich alle wieder ganz dem Tierschutz widmen“, sagt eine ehrenamtliche Helferin des Tierheims, die namentlich nicht genannt werden möchte. Viele der Tierfreunde, die sich am Montagnachmittag um die Hunde und Katzen kümmern, zeigen sich beim Besuch unserer Redaktion enttäuscht von dem unwürdigen Gerangel um den Vorsitz, das sich derzeit im Tierschutzverein abspielt. Man hält sich bedeckt, niemand will Ärger bekommen.

Hoffen auf "Frieden"

Auch Ute Cremer, seit über 30 Jahren die gute Seele des Tierheims am Deininghauser Weg, will am liebsten „nicht in die Zeitung“. „Hier“, so versichert sie, „läuft alles gut weiter. Die Tiere bleiben für uns an erster Stelle. Wir lassen die Tiere nicht im Stich.“ Sie hofft einfach auf „Frieden“ und eine weiterhin gute, ehrenamtliche Unterstützung. „Ohne engagierte Ehrenamtliche wäre das traurig hier“, sagt sie als eine von vier Festangestellten (zwei Teilzeit- und zwei Vollzeitstellen) des Tierheims.

Natürlich ist der Streit zwischen der langjährigen Vorsitzenden Roswitha Heise und ihren Herausforderern von der „Alternative Tierschutz“ um Nils Bettinger das große Gesprächsthema unter den Helferinnen und Helfern im Tierheim. „Die streitenden Parteien sollten sich an einen Tisch setzen, miteinander reden und das Gezänk sein lassen“, sagt eine der Frauen ohne ihren Namen zu nennen.

Wichtiger als Posten-Streit sind die Tiere

Im Katzenhaus kümmert sich Ulla Bradaric um den kleinen Nick. Das Kätzchen ist etwa acht Wochen alt und wurde wohl von Raben übel zugerichtet, bevor es dank glücklicher Umstände am Deininghauser Weg landete. „So sieht das aus, wenn Katzen unkontrolliert Junge kriegen“, sagt die Helferin und fügt an: „Wichtiger, als sich um Posten zu streiten, ist es, sich für die Tiere stark zu machen und zum Beispiel zur Pflichtkastration für Freigängerkatzen aufzurufen.“

Nils Bettinger, von dem man im Moment nicht weiß, ob er nach seiner Spontan-Wahl am Freitagabend rechtmäßiger neuer Vorsitzender ist, zeigte sich am Montag auf Anfrage froh, dass die Arbeit im Tierheim ungestört weiter läuft. „Es geht jetzt darum, den Betrieb nicht zu belasten“, sagte er. Wer im Tierheim zurzeit das Hausrecht ausüben darf und die Finanzhoheit hat, werden wohl juristische Prüfungen ergeben müssen. Nils Bettinger hält sich zurück: „Mit der Brechstange gehe ich da nicht ran.“ 

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