Syphilis, Herpes, Warzen: Geschlechtskrankheiten auf dem Vormarsch

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Die Zahl der Geschlechtskrankheiten im Kreis Recklinghausen steigt an. Im vergangenen Jahr war bei den Versicherten der AOK Nord-West ein Anstieg um rund 4 Prozent zu verzeichnen.

Kreis Recklinghausen

, 15.10.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der der Krankenkasse AOK Nord-West gemeldeten Geschlechtskrankheiten im Kreis Recklinghausen gestiegen. Das bereitet der Krankenkasse Sorgen.

Wie die AOK Nord-West auf Basis einer aktuellen Auswertung mitteilt, sind zu 53,8 Prozent Männer betroffen. Oft verursachten sexuell übertragbare Krankheiten keine Beschwerden und blieben deshalb unbehandelt.

Doch wenn Geschlechtskrankheiten frühzeitig erkannt würden, ließen sie sich in der Regel gut behandeln und seien in den meisten Fällen auch heilbar. "Deshalb sollte bei Verdacht auf eine Geschlechtserkrankung auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.

Hepatitis und Warzen auf dem Vormarsch

Am häufigsten wurden anogenitale (venerische) Warzen diagnostiziert gefolgt von akuter Virushepatitis B, Herpes Simplex, Chlamydien und Syphilis.

Die Anzeichen für Geschlechtskrankheiten klingen häufig nicht allzu appetitlich: Zu den häufigsten gehören Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden sowie Unterbauchschmerzen.

„Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Beispielsweise kann eine Chlamydien-Infektion die Ursache für Unfruchtbarkeit sein, Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Kock.

Frühzeitige Prävention

Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten sei es wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren.

„Kondome bieten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion“, sagt Kock weiter.

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte Geschlechtskrankheit der anogenitalen (venerischen) Warzen (Feigwarzen) sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen.

Thema ist keine reine Frauensache

Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs verursachen. Doch das Thema ist damit keine reine Frauensache.

Auch viele Jungen sind infiziert. Deshalb können sie nicht nur den Erreger übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Da-her gilt die Impfempfehlung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (Stiko) sowohl für Mädchen als auch auf Jungen.

In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal in einem Abstand von sechs Monaten mit einer Spritze geimpft. Die Impfung sollte vor dem ersten Sexualkon-takt erfolgen.

HPV-Schutzimpfungen

Für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 17 Jahren übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenver-sichertenkarte.

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